Lindemayr, P. Maurus OSB (eig. Kajetan Benedikt Maximilian)

* 17.11.1723 Neukirchen bei Lambach/OÖ, † 19.7.1783 Neukirchen

Geistlicher und Dichter

Kam als Sängerknabe an das Stift Lambach, absolvierte 1744 das Jesuitengymnasium in Linz, trat 1746 in das Kloster ein und studierte Theologie in Salzburg. War 1754–59 Prior des Stiftes und danach in der Seelsorge (Neukirchen) tätig. Wohl in Anlehnung an den Salzburger P. Marian Wimmer wurde er einerseits zum Begründer der oberösterreichischen Mundartdichtung, andererseits ist er als wichtiger geistlicher Dramatiker der Aufklärung anzusehen, indem er die possenhaften Einlagen des barocken Benediktinertheaters zu realistischen Mundartkomödien aufklärerisch-moralisierender Tendenz ausbaute. Die Musik dazu, aber auch zu vielen seiner Gedichte stammt von Komponisten befreundeter Klöster, u. a. von Joseph Langthaller (1722–90), F. Aumann, E. Frauenberger, G. Hauer, F. X. Süßmayr, ja selbst J. und M. Haydn, d. h. auch, dass seine Ansätze nicht nur in Stiften wie St. Florian, Kremsmünster, Seitenstetten, Melk oder Göttweig, vielleicht sogar Wilten aufgenommen wurden und von dort ausstrahlten, sondern darüber hinaus. Die Erforschung dieser Zusammenhänge ist (2003) noch unbefriedigend (s. Abb.: Porträtstich von K. Fellner). Nicht zu verwechseln ist P. Maurus L. jedenfalls mit seinem Bruder Peter Gottlieb L. (1741–99), Salztransportverwalter in Stadl Paura/OÖ, der ebenfalls als Dichter hervorgetreten ist. Aus dessen Nachlass kam auch der von M. L.s Neffen Martin geschriebene Cod. chart. 718, der umfangreichsten Sammlung seiner Werke, in das Stift Lambach.

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

24.4.2017

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Lindemayr, P. Maurus OSB (eig. Kajetan Benedikt Maximilian)“ (24.4.2017), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d7a6 (abgerufen am )

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