Erhielt seine Ausbildung als Sängerknabe und Schüler von R. Kimmerling in Melk, 1770 trat er in das Benediktinerstift Seitenstetten ein. Während seiner Theologiestudien in Salzburg, wo er mit M. Haydn in Beziehung trat, und Wien bildete er sich zum Cellisten aus. Nach seiner Primiz 1778 wurde er Präfekt der Sängerknaben und Regens chori (bis 1784), 1780 Direktor der Normalschule im Stift. Bis 1818 war er in verschiedenen Stiftspfarren als Seelsorger tätig. Seine einaktige Klosteroperette nach einem Text von M. Lindemayr ist eine echte Kurzoper, in der alle Figuren und der gesamte Text gesungen werden (nicht mit der Vertonung desselben Textes durch F. Aumann zu verwechseln). Der Kremsmünsterer Stiftshofmeister in Wien P. Christoph H. (Franz de Paula, 1725–89) und der ebenfalls sehr musikliebende Abt von Melk der Jahre 1763–85 Urban II. H. († 17.10.1785 Wien), der 1783 in aufgeklärtem Geist eine restriktive Chorordnung erließ und den Mönchen privates Musizieren erlaubte, waren Brüder seines Vaters.
Werke
Der Bindermeister (1789); Variationen für Vc. (verschollen); Messe in F, Alma redemptoris.
Literatur
- MGG 5 (1956)
- J. Haider, Die Gesch. des Theaterwesens im Benediktinerstift Seitenstetten in Barock und Aufklärung 1973
- Th. Antonicek/E. Hilscher in [Kat.] Kunst und Mönchtum an der Wiege Österreichs Seitenstetten 1988, 1988
- Freeman 1989
- Kellner, Profeßbuch.
Autor
- Rudolf Flotzinger
Letzte inhaltliche Änderung
25.4.2003Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Hauer, P. Gregor OSB (Joseph)“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d0b5 (abgerufen am )
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