Sepp (eig. Josef) sen.: * 17.2.1901 Pichling bei Köflach/St, † 3.12.1969 Ort?. Bergmann, Musikant, Musikpädagoge, Musikalienhändler
Der Sohn des Bergarbeiters Andreas Laky (* 1860) und der Josefa geb. Lipnik (* 1867) musste aufgrund des frühen Todes seines Vaters nach dem Besuch der Volksschule 1907–14 bei einem Bauern in St. Martin im Sulmtal/St arbeiten. 1919 wurde er Bergarbeiter in Bochum/D, wo er das Spiel auf der Steirischen Harmonika im Selbststudium erlernte; das Instrument hatte er sich aus Klagenfurt schicken lassen und von seinem ersten Lohn bezahlt. Bereits nach kurzer Zeit konnte er gemeinsam mit einem Geige spielenden Kollegen aus Polen ein Duo gründen, das auf Hochzeiten und anderen Unterhaltungen zum Tanz aufspielte. 1923 kehrte er mit diesem Musikerkollegen zu Fuß zurück nach Österreich; unterwegs spielten die beiden bei jeder Gelegenheit für Essen, Trinken und Unterkunft auf. In Österreich war Laky sen. als Bergmann im Braunkohle-Bergwerk Oberdorf bei Bärnbach/St tätig. 1934 heiratete er Anna Modl, Sohn Sepp (eig. Josef) jun. kam 1947 zur Welt. 1927 erhielt Laky sen. bei Kapellmeister Alois Birnstingl in Voitsberg/St mit zwei Stunden in Notenlehre den einzigen Musikunterricht seines Lebens. Als Arbeitsloser erlernte er 1933–35 autodidaktisch Posaune, Akkordeon, diatonische Club-Harmonika von Hohner und chromatische Knopfgriffharmonika, Letztere durch stummes Üben nach einer selbstverfertigten Tabelle. Ein Instrument konnte er erst erwerben, als er 1935 wieder Knappe im Braunkohlerevier Hödlgrube Zangtal in Voitsberg wurde, weil er der Bergkapelle Hödlgrube Zangtal als Posaunist beitrat (Bergmannslied, Bergmusik). Im selben Jahr gründete er seine erste Musikgruppe, eine Schrammelmusik mit zwei Geigen, chromatischer Knopfharmonika und Kontragitarre, mit der er jeden Sonntag in verschiedenen Gasthäusern hauptsächlich wienerische Musik spielte. Als überzeugter Sozialdemokrat wurde Laky sen. im August 1941 aus politischen Gründen im Auftrag der Gestapo verhaftet und bis Kriegsende in verschiedenen Lagern interniert, zuerst in Uttendorf/Sb, später beim Weißsee/Sb, wo er sich im Stollenbau eine unheilbare Staublunge zuzog. Laky sen., der schon vor dem Krieg privat Musikunterricht erteilt hatte, wurde nach seiner Freilassung aus dem KZ 1945 Lehrer für Akkordeon, chromatisches Knopfgriff-Akkordeon („Hohner-Clubmodell“) und Steirische Harmonika an der Musikschule Voitsberg. Er bildete sich ständig weiter, etwa in den Fortbildungsseminaren für Akkordeon in der Harmonikastadt Trossingen/D, und ermöglichte dies auch einigen seiner Schüler. 1950 gründete Laky ein Altsteirer-Trio, wozu er von Musikschuldirektor W. Kainz angeregt wurde, der die überlieferte Volksmusik und deren Instrumentarium, v. a. das diatonische Hackbrett im Bezirk Voitsberg fördern wollte. Laky sen.s Altsteirer-Trio, das manchmal von einem Klarinettisten unterstützt wurde und bis 1965 bestand, war damals weitum das einzige seiner Art. Hatte er selbst keine Zeit, wurde er oft von seinem Schüler M. Rosenzopf vertreten, der hier wichtige Erfahrungen sammeln konnte. 1952 verwirklichte sich Laky sen. den Traum von einem Musikgeschäft in Voitsberg, in dem er Noten und Instrumente anbot und Reparaturen durchführte; auch dieses Wissen hatte er sich selbst angeeignet. Daneben unterrichtete er bis zu 80 Stunden wöchentlich. Nach einem Herzinfarkt im Dezember 1964 musste er seine pädagogischen wie auch musikalischen Tätigkeiten beenden, nach vier Wochen im Koma hielt sich Laky sen. ab 1965 hauptsächlich in Heilanstalten auf; im Dezember 1969 verstarb er an den Folgen seiner Staublunge und eines Schlaganfalls.
Literatur
- Max Rosenzopf, Weststeirisches Musikantentum, Wien 2016 (Corpus Musicae Popularis Austriacae 21), 313–325
- Taufbuch der Pfarre Köflach 1898–1903, fol. 178
Sein Sohn
Sepp (eig. Josef) jun.: * 4.5.1947 Bärnbach?, † 7.7.2024 Köflach/St; Musikalienhändler, Musiklehrer, Komponist, Chorleiter.
Der mit einem absoluten Gehör ausgestattete Sepp Laky jun. übernahm 1965 das Musikgeschäft seines Vaters. Zudem war er an den Musikschulen Ligist/St, Voitsberg und Köflach als Lehrer für Gitarre und Akkordeon tätig. Daneben verfasste Laky jun. mehrere Spielbücher für Steirische Harmonika, Hackbrett, Akkordeon und Gruppenspiel mit überwiegend selbstkomponierten, in der Tradition stehenden Stücken. Im Eigenverlag von M. Rosenzopf erschien seine Spielanleitung Die Gitarre in der Volksmusik, später gründete er selbst einen Eigenverlag. An der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz absolvierte er das Fach „Orchesterdirigieren“ und schrieb danach auch Kompositionen für Blasorchester. 2000–14 leitete Laky jun. den Pensionistenchor Voitsberg.
Werke
Mehr als 200 Kompositionen im Bereich Volks- und Blasmusik
Schriften
- Laky Josef, Die Gitarre in der Volksmusik. Spielanleitung. Auch für den Selbstunterricht, Köflach 1980 (Ein Spielbuch von Max Rosenzopf)
- Laky Josef, Tanzstücke der Jungen Köflacher Streich für 2 Geigen, Voitsberg o. J.
- Laky Josef, Spielreihe für die Steirische Harmonika [in Noten- und Griffschrift], 7 Teile, Voitsberg 1983–1997
- Laky Josef, Tanzstücke für 2 Klarinetten, Voitsberg 1985
- Laky Josef, Fröhlicher Anfang auf der steirischen Harmonika in Griffschrift. Leichte Übungen und Spielstücke, Voitsberg 22006
Literatur
- Max Rosenzopf, Weststeirisches Musikantentum, Wien 2016 (Corpus Musicae Popularis Austriacae 21), 31
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
20.10.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Laky, Familie“ (20.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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