Krzyzanowski (Kržyžanowski, Křižanowsky), Ehepaar

Musiker:in

Rudolf (eig. Egidius Joseph): * 5.4.1859 Eger/Böhmen (Cheb/CZ), † 20.6.1911 Graz. Komponist und Dirigent. Studierte am Konservatorium der GdM Violine (1872–76 bei C. Heißler), Klavierbegleitung (1872–74 bei W. Schenner), Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition (1873–78 bei Fra. Krenn) und Orgel (1876–78 bei A. Bruckner). K.s Mitschüler waren hier u. a. G. Mahler und H. Rott, mit denen er auch freundschaftlich verkehrte, ebenso mit H. Wolf. 1878 soll er in Zusammenarbeit mit Mahler (und eventuell auch Rott) einen Klavierauszug zu vier Händen von Bruckners dritter Symphonie erarbeitet haben. 1877–79 war K. Mitglied des Wiener Akademischen Wagner-Vereins, 1878–82 gab er Privatunterricht und unterstützte J. Gänsbacher als Gesangkorrepetitor. 1882/83 dürfte er mit Rich. Wagner in Bayreuth/D in engerem Kontakt gestanden sein. Anschließend in Leipzig/D, danach Theaterkapellmeister in Laibach (1883/84) und Würzburg/D (1884/85), 1885/86 Leiter des Hannoveranischen Chorvereins. Nach einem Wirken in Wien als Gesanglehrer (1886/87) führten ihn weitere Kapellmeisterengagements nach Halle an der Saale/D (1887–89), Elberfeld/D (1889/90), Prag (1892–95), Weimar/D (1895/96) und Hamburg/D (1896–98); 1890–92 soll sich K. in München/D aufgehalten haben. Zuletzt ab 1898 Hofkapellmeister in Weimar. Bekannt wurde K. auch als Dirigent der Werke Rich. Wagners; aus dem Jahr 1876 stammt K.s Partiturabschrift eines Bruckner und auch Mahler zugeschriebenen Symphonischen Präludiums, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgefunden wurde.

Sein Bruder Heinrich (1855–1933), Gymnasiallehrer und Schriftsteller, stand ebenfalls mit Rott und Mahler in freundschaftlichem Kontakt.

Ehrungen

  • mehrere 1. Prämien während der Studienzeit am Konservatorium der GdM
  • Zusner-Liederpreis 1877/78
  • 1. Preis Kompositionskonkurs der GdM 1878

Werke

5 Lieder (A-Wn), 1 Fuge über den Namen „Dachs“ (A-Ws); verschollen u. a.: Klavierquintett 1875, Streichsextett 1878, Orchesterwerk Zacconi 1878; Symphonie? 1878; nachweisbar sind derzeit (2008) weiters nur Skizzen zu (Orchester-)Liedern und Bühnenwerken (A-Wn); Bearb: Die Allmacht (D 852) von Fr. Schubert f. großes Orch. (unvollendet, A-Wn).

Ida K.-Doxat: * 24.1.1867 Senosetsch/Krain (Senožeče/SLO), † nach 1939 (Ort?). Sängerin (Sopran). Wurde von M. Wilt entdeckt und war Schülerin von M. L. Dustmann-Meyer. Engagements führten sie nach Halle an der Saale (1887–89), Elberfeld (1889–91), Leipzig (1891–96), Hamburg (1896–99) und Weimar (1899–1905). 1893 ehelichte sie R. K. K.-Doxat konnte v. a. in Opern Rich. Wagners reüssieren, so auch in München, Dresden/D, London und an der Wiener Hofoper (1894). Um 1914 lebte sie in Graz.

Ehrungen

  • Kammersängerin

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

16.5.2023

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Krzyzanowski (Kržyžanowski, Křižanowsky), Ehepaar“ (16.5.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x001b1e2b (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.