Erhielt von seinem Vater, dem Rudolstädter Kammermusiker Johann Nicol K., den ersten Musikunterricht und besuchte bis 1763 das dortige Gymnasium. 1764 wurde er 2. Violinist der Kapelle des Fürsten Johann Friedrich. Neben kurzzeitigem Kompositions- und Violinunterricht bildete sich K. vorwiegend autodidaktisch weiter. 1772 wurde er Hofmusikus, 1778 Kammermusikus. Nach einjähriger Tätigkeit als Konzertmeister (1792) widmete er sich wieder als 1. Violinist verstärkt seinen Schriften. Diese enthalten eine Tonarten- und Harmonielehre (mit Kontrapunkt) sowie eine (ästhetische, nicht aber normative) Melodielehre, die – von J. Riepel beeinflusst – ausgehend von den kleinsten Einheiten (1–2 Takte) die Phrasen („Sätze“, vorzugsweise Viertakter), Perioden und ganze Sätze (Stücke) behandelt. K., der seine Lehre an Stücken von C. Ph. E. Bach, J. Haydn u. a. exemplifizierte, gilt als bedeutendster Musiktheoretiker seiner Epoche. Sein Musiklexikon steht noch in der grammatisch-rhetorischen Tradition, kann jedoch teilweise als Ankündigung späterer Systeme wie jenes von Hugo Riemann (vgl. die musikalische „Logik“) verstanden werden. Seine Kompositionen sind verschollen.
Schriften
- Versuch einer Anleitung zur Komposition, 3 Bde., 1782 (rev. als Hb. bey dem Studium der Harmonie 1811), 1787, 1793 [NA 1969]
- Musikalisches Lexicon, 2 Bde., 1802 [NA 2001] (auch als Kurzgefaßtes Handwörterbuch der Musik 1807)
- (Hg.) Journal der Tonkunst 1795
Literatur
- MGG 7 (1958)
- NGroveD 13 (2001)
- Riemann 1959 u. 1972
- GerberATL 1 (1790) u. NTL 3 (1813)
- F-A 1936
- MGÖ 2 (1995)
- W. Budday, Grundlagen musikalischer Formen der Wr. Klassik 1983
- C. Dahlhaus in AfMw 35 (1978) u. in J. Fricke et al. (Hg.), [Fs.] K. W. Niemöller 1989
- J. Lester, Compositional Theory in the Eighteenth Century 1992
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
14.3.2004Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Koch, Heinrich Christoph“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d503 (abgerufen am )
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