Erhielt schon als Kind Geigenunterricht, kam 1817 zum Jus-Studium nach Wien, wechselte dort aber bald zur Komposition (Unterricht bei J. H. Voříšek und E. A. Förster) und trat als Violinvirtuose auf. 1823 Mitglied der Braunschweigischen Kapelle, 1824 an die Wiener Hofmusikkapelle berufen, 1834 zum Musikdirektor an der Univ. Wien. 1845 erweckte er als Primarius das frühere Schuppanzigh-Streichquartett zu neuem, erfolgreichen Leben. 1851 wegen seiner Teilnahme an einem Londoner Konzert zugunsten der ungarischen Revolutionäre seiner Wiener Stellung enthoben, blieb J. vorerst als Lehrer in London. 1868 begnadigt, kehrte er nach Wien zurück, wo er 1871 auch seinen letzten Auftritt hatte. Dem Geiger J. wurde eine technisch solide ausgebildete linke Hand, aber eine eher „eckige Bogenführung“ attestiert, die er auch seiner berühmtesten Schülerin W. (Norman-)Neruda (später Lady Hallé) anerzog. Als Komponist zahlreicher Werke zeigte er zwar Musikalität, aber keine „ausgeprägte Originalität“. J.s Nachlass befindet sich in der Musiksammlung der ÖNB.
Werke
Orchesterwerke; Kammermusik in versch. Besetzungen; Klavier- und Violinkompositionen; Chöre; Lieder; Variationen über bzw. Bearbeitungen von Opernarien, Liedern (u. a. Fr. Schuberts Winterreise und Schwanengesang nach Fr. Liszts Bearbeitung).
Literatur
- NGroveD 12 (2001)
- Czeike 3 (1994)
- MGG 6 (1957) [mit WV]
- ÖBL 3 (1965)
- MGÖ 2 u. 3 (1995)
Abbildungen
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
24.2.2023Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Jansa, Leopold“ (24.2.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d2ef (abgerufen am )
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

