1842 ao. Prof. für klassische Literatur und Archäologie in Greifswald/D, 1847 in Leipzig. Als Mitglied des liberalen Deutschen Vereins wurde er 1850 aller seiner akademischen Ämter enthoben. Mit seiner Mozart-Biographie begründete J. die auf kritisch-historischer Methode aufgebaute Musikerbiographie (Biographie). Er griff das altbekannte Mozart-Bild auf, verhalf ihm zu neuer Seriosität, trug zur Erweckung des Verständnisses für die künstlerische Individualität Mozarts, aber auch zu dessen Idealisierung bei. Seine umfangreichen Stoffsammlungen für eine J. Haydn- und Beethoven-Biographie wurden von C. Pohl bzw. Alexander Thayer benutzt und weitergeführt.
Ehrungen
- k. M. der ÖAW 1862
Schriften
- W. A. Mozart 4 Bde. 1856–59, 2 1867, 31889–91, 41905–07 usw. (engl. The Life of Mozart 1882)
- Beethoven und die Ausgaben seiner Werke 1864
- Gesammelte Aufsätze über Musik 1866
- Hg. von Beethoven, Leonore, KlA. 1853
Literatur
- MGG 6 (1957)
- NGroveD 12 (2001)
- W. M. Caler et al. (Hg.), O. J. (1813-1868): ein Geisteswissenschaftler zwischen Klassizismus und Historismus 1991
- G. Gruber, Mozart und die Nachwelt 1987
- G. Gruber in MozartJb 1980–83, 1983
- A. H. King, Mozart in Retrospect 1955
- H. Ullrich in StMw 31 (1980)
- A. Eichhorn in AfMw 52 (1995)
Autorin
- Andrea Harrandt
Letzte inhaltliche Änderung
25.4.2003Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt, Art. „Jahn, Otto“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d2d4 (abgerufen am )
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

