Pohl, Carl Ferdinand

* 6.9.1819 Darmstadt/D, † 28.4.1887 Wien

Musikforscher und Komponist

Sohn des gleichnamigen Darmstädter Hofbibliothekars und Kammermusikus (1781–1869), Enkel des Tischlers und späteren Glasharmonikafabrikanten Ferdinand P. in Kreibitz (Chřibská/CZ) sowie des Komponisten und Lehrers Antonín František Bečvařovský (1754–1823). Ausgebildet als Kupferstecher, ab 1841 in Wien Schüler von S. Sechter, 1849–55 Organist an der evangelischen Kirche in Gumpendorf (Wien VI), verfasste v. a. zu dieser Zeit mindestens 14 gedruckte Sammlungen von Liedern und Klavierstücken. Nach längeren Reisen lebte P. 1863–66 als Musikforscher in London, bevor er 1866 zum Archivdirektor der GdM ernannt wurde, mehrere Monographien publizierte und auch bei Robert Eitners Bibliographie der Musik-Sammelwerke (1877) mitwirkte sowie sich als Musikkritiker betätigte. Besonders seine Haydn-Forschungen sind als grundlegend anzusehen. P.s handschriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der GdM und wurde von A. v. Hoboken für sein Haydn-Verzeichnis ausgewertet.

Werke

Messe und kleinere Kirchenmusikwerke; Klaviermusik; Chöre; Lieder.

Schriften

Literatur

  • NGroveD 19 (2001)
  • NDB 20 (2001)
  • MGG 10 (1962) [mit Schriften-Verzeichnis]
  • Czeike 4 (1995)
  • DBEM 1 (2003)
  • ÖBL 8 (1983)
  • Riemann 1929, 1961 u. 1975
  • MGÖ 3 (1995)

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

30.6.2020

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Pohl, Carl Ferdinand“ (30.6.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dd5e (abgerufen am )

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