Hoboken, Anthony van

* 23.3.1887 Rotterdam/NL, † 1.11.1983 Zürich/CH

Musikforscher und -sammler

Studium in Delft/NL (1906–09 an der Technischen Hsch., daneben privat Musik bei Anton B. H. Verhey), in Frankfurt am Main/D (1909–15 am Hochschen Konservatorium bei Bernhard Sekles und Ivan Knorr) und in Wien (1925–34 bei H. Schenker); von dort 1938 Übersiedlung in die Schweiz. H. stellte ab 1919 über Jahrzehnte eine umfangreiche Sammlung von musikalischen Erst- und Frühdrucken zusammen (verbunden mit einer umfangreichen Bibliothek älterer musikalischer Literatur), die als die bedeutendste der Welt bezeichnet werden kann. Sie wurde 1974 von der ÖNB (Archive und Bibliotheken) angekauft. 1927 gründete H. auf Anregung Schenkers das Photogrammarchiv musikalischer Meisterhandschriften („Meisterarchiv“) an der Musiksammlung der ÖNB – das erste Dokumentationszentrum auf musikalischem Gebiet –, das er 1957 der Republik Österreich schenkte. In diesem Archiv liegen auch Kopien zahlreicher im Zweiten Weltkrieg zerstörter Autographe. Seinen Forschungsschwerpunkt legte H. über 30 Jahre auf die (im hohen Alter abgeschlossene) Erstellung eines thematisch-bibliographischen Verzeichnisses der Werke J. Haydns („Hoboken-Verzeichnis“, kurz: Hob.). H. war lange Jahre Direktionsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Ehrungen

  • Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1932
  • Ehrenmitglied der GdM 1954
  • Dr. h.c. Kiel/D 1957, Utrecht/NL 1958, Mainz/D 1979

Schriften

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

16.2.2023

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Hoboken, Anthony van“ (16.2.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d18f (abgerufen am )

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