Rudolph:* 1734 Laußnitz/(Preußisch-)Schlesien (heute in Sachsen/D), † 1.7.1817 Wien. Buchhändler, Alchimist, Freimaurer. Eröffnete 1768 eine Buchhandlung in Wien, mit der er 1797 in Konkurs ging. 1789 Gründung einer Handlungsgesellschaft mit A. Blumauer. G. war befreundet mit W. A. Mozart und I. Pleyel, 1785/86 verlegte F. A. Hoffmeister seine Werke bei ihm.
Sein Bruder
August: * 1740 Hochkirch i. d. Oberlausitz/Schlesien, † 2.7.1816 Wien. Verleger, Buchhändler, Militärschriftsteller. Erhielt 1779 die Buchhändlerbefugnis. Verheiratet mit Katharina (geb. Königsberger, † 28.1.1837 Wien). Deren Tochter Carolina war mit T. Haslinger verheiratet, der 1810 in die Buchhandlung eintrat.
Deren Söhne
Franz: * 6.1.1785 Wien, † 8.10.1852 Wien. Schriftsteller, Bibliothekar, Verleger. Widmete sich früh den Geschäften seines Vaters, war Bibliothekar des Fürsten Moriz Liechtenstein und dann des Grafen Karl Harrach. Widmete sich später dem Verlags- und Antiquariatsgeschäft und der Schrifstellerei. Mit Johann Jakob Czikann (1789–1855) begründete er die Österreichische National-Encyklopädie (6 Bde., 1835–37), das erste österreichische Lexikon.
Schriften
- Vermischte Wiener Skizzen, 8 Bde., 1845–49
- Wienerische Kurzweil 1846
- Neue Wiener Tabletten 1848
- A. Schlossar/G. Gugitz (Hg.), Kleine Wiener Memoiren und Wiener Dosenstücke 1918
Anton: * 19.5.1786 Wien, † 17.10.1852 Klosterneuburg/NÖ. Musikschriftsteller, Komponist, Gitarrist. Arbeitete seit 1815 in der Kunsthandlung Artaria im Kunstverlag und Auktionsgeschäft. Besaß eine Abschrift des Tagebuches 1812–18 von L. v. Beethoven, das kurz nach dessen Tod verloren ging. G. besaß weitere Abschriften verschiedener Schriftstücke des Komponisten, die der Vorbereitung einer geplanten Biographie dienten. Verfasste 1819 einen Catalogue des Œuvres de Louis van Beethoven. Er katalogisierte 1827 die musikalische Verlassenschaft Beethovens und leitete die Auktion. 1829 bot er seine Beethoveniana zum Verkauf an, 1842 überließ er das Material seinem Jugendfreund F. S. Gassner. 1844 Katalogisierung der Artaria-Sammlung. Galt zu seiner Zeit als „einer der vorzüglichsten Guitarrespieler“.
Werke
Der Friede, charakteristisches Tongemälde für das Pianoforte; Gitarrenstücke; Systematische Guitarre-Schule 1812.
Schriften
- Ueber Tonkunst, Sprache, Schrift und Bild. Fragment 1830
- Aufsätze und Rezensionen über Kunst und Kunstwerke
Literatur
- G. Marek, Die G.’schen Buchhandlungen in Wien, Dipl.arb. Wien 1996
- B. Roth, F. G., Diss. Wien 1979
- Czeike 2 (1993)
- ÖL 1995
- Personenlex. Öst. 2001
- Wurzbach 5 (1859)
- EitnerQ 4 (1900)
- B. Cooper, Das Beethoven-Kompendium 1992
- C. Brenneis in H. Goldschmidt et al. (Hg.), [Kgr.-Ber.] Beethoven Berlin 1977, 1979
- W. Brauneis in Jb. des Vereins f. Gesch. der Stadt Wien 54 (1998)
- R. Steblin in Wr. Geschichtsbll. 58 (2003) H. 4
- Wr. Ztg. 13.7.1816, 772
Autorin
- Andrea Harrandt
Letzte inhaltliche Änderung
25.4.2003Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt, Art. „Gräffer, Familie“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00020972 (abgerufen am )
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

