Gombotz, Roman

* 10.2.1911 Schöpfendorf bei Abstall/St (Žepovci in Apače/SLO), † 28.3.1987 St. Johann ob Hohenburg/St (?)

Instrumentenmacher, Kapellmeister, Musikant

Geboren in Schöpfendorf, übersiedelte Gombotz mit seiner Familie 1913 in die Nähe von Mureck/St, wo er die Volksschule besuchte. Danach war er ein Jahr lang Schüler an der Landes Obst- und Weinbauschule in Silberberg bei Leibnitz/St (heute Fachschule für Land- und Forstwirtschaft (FS) Silberberg – Weinbau und Kellerwirtschaft). 1918–24 lernte Gombotz beim ehemaligen Militärkapellmeister Karl Haring in Leibnitz Geige, 1924–26 auch Trompete. 1928/29 war Gombotz landwirtschaftlicher Praktikant in Deutschland, zurückgekehrt wohnte er in Krottendorf bei Ligist/St, wo seine Familie mittlerweile lebte. In Ligist war er Mitbegründer einer kulturell vielfältig tätigen Burschenrunde (Theaterspielen, Musizieren, Volkstanzen) und stellte die erste aus 14 jungen Männern bestehende Blaskapelle auf. 1930 trat Gombotz als Geiger, Trompeter und Klarinettist der in der ganzen Region beliebten Mooskirchner Bauernkapelle unter Kapellmeister Anton Raffler bei; dieses Streicherensemble spielte nur gegen Bezahlung und beim sogenannten „Fortspielen“ bei Hochzeiten „auf Blech“.

1934 heiratete Gombotz die aus Krottendorf stammende Maria Raudner und zog mit ihr nach Rohrbach am Rosenberg/St, wo sein Onkel Valentin Mörth eine Harmonikaerzeugung betrieb und ihn in dieser unterwies. Zugleich wurde er unter Kapellmeister Tropper Mitglied der 17 Mann starken Ortskapelle Siebing, die in etwa 15 Gemeinden in der Region auftrat und bei allen kirchlichen Anlässen wie Prozessionen, Begräbnissen, Oster- und Weihnachtsfeiern kostenlos musizierte, wofür sie beim Neujahrsgeigen freiwillige Spenden erhielt. 1938 zog Gombotz nach Hallersdorf bei Mooskirchen/St und musizierte wieder mit der Mooskirchner Bauernkapelle. Im Zweiten Weltkrieg kam er zur Militärkapelle des IR.s Nr. 228, das in Prag und Graz stationiert war und im April 1941 im Balkan-Feldzug und danach an der Ostfront eingesetzt wurde, auch zur Bergung verwundeter Kameraden. Gegen Kriegsende geriet er für ein Jahr in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Heimgekehrt widmete sich Gombotz der Landwirtschaft und dem Harmonikabau, wofür er Fachlehrgänge besuchte. 1949 legte er die Meisterprüfung als Instrumentenmacher ab. 1954 eröffnete er ein Musikgeschäft in Köflach/St, in welchem er täglich von früh bis spät anwesend war. An der Harmonikaerzeugung war damals die ganze Familie beteiligt; Geschäft und Instrumentenbau wurden 1981–91 von Sohn Roman Gombotz jun., der vom Vater ausgebildet worden war, weitergeführt. 1991 wurde beides von Enkel Ulfried Gombotz übernommen, der beim Großvater und bei Harmonikaerzeuger Peter Müller in Bad St. Leonhard im Lavanttal/K gelernt hatte (Gesellenprüfung 1979), jedoch schon im Jahr darauf den Betrieb schloss und das Gewerbe stilllegte. G. sen. baute auch ca. 30 diatonische (steirische) Hackbretter nach den Plänen von M. Rosenzopf sowie einige Zithern und reparierte viele weitere Instrumente aller Art. Er unterstützte Rosenzopf zudem beim Sammeln alter Musikantenhandschriften und besaß selbst etwa das Tanzbuch des Musikanten Alois Buchegger aus Gaisfeld/St, angelegt 1887–90, das viele Steirische enthält.

Da es damals noch nicht in allen Orten des Bezirks Voitsberg/St Musikkapellen gab, erwarb sich Gombotz im Selbststudium Kenntnisse in Harmonielehre, Tonumfang und Notenschlüssel aller Blasinstrumente und gründete bzw. reorganisierte Kapellen in Gößnitz/St, Pack/St, Kainach/St, St. Johann ob Hohenburg und Graden/St, wo er überall Musikunterricht erteilte. 1968 war Gombotz am Neubeginn der nunmehrigen Mooskirchner Altsteirer Musik beteiligt, ab 1969 bildete er die Musikanten für die Jugendkapelle Mooskirchen aus. Für seinen engagierten, unermüdlichen und jahrelangen Einsatz für die Blasmusik wurde er von offizieller Seite nie geehrt.

Literatur

  • Max Rosenzopf, Weststeirisches Musikantentum, Wien 2016 (Corpus Musicae Popularis Austriacae 21), 143–157
  • Jugendkapelle Mooskirchen, Chronik (2026), https://jugendkapelle.net/chronik/ (13.4.2026)
  • eigene Recherchen

Abbildungen

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

16.9.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „Gombotz, Roman“ (16.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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