Gletthofer, der wie seine neun Geschwister gerne sang, bekam mit sieben Jahren von seinen Eltern Lukas und Maria Gletthofer eine zweireihige Steirische Harmonika geschenkt. Das Spiel darauf brachte er sich selbst bei, und schon mit neun Jahren spielte er allein zum Volkstanz auf. Nach der Schule arbeitete er in der Land- und Forstwirtschaft. 19-jährig wurde er zum Militär eingezogen und diente an der Front in Italien, wo er 1918 in Gefangenschaft geriet; seine Harmonika hatte er immer bei sich. Nach der Entlassung 1919 fand G. eine Stelle in einer Kanzlei bei der Südbahn in Mürzzuschlag, wo er bis zur Pensionierung 1950 arbeitete. 1923 heiratete er Theresia, geb. Dirnbauer (1900–83) und wohnte mit ihr und Tochter Friederike (* 1924) in Mürzzuschlag. Auch während des Zweiten Weltkriegs war er für die Südbahn tätig. 1936–60 trat Gletthofer im Duo mit G. Meissenbichler auf; er begleitete sie nicht nur auf der Harmonika, sondern sang auch mit ihr im Duett; 26 Stücke des Jodlerduos Meissenbichler/Gletthofer wurden um 1950 auf Schallplatte bzw. vom Rundfunk in Graz aufgenommen. Bekannt wurden v. a. ihre selbst erdachten Bravourjodler (u. a. Scheiben-, Waxriegler- und Kuckucksjodler) sowie der Erzherzog-Johann-Jodler. 1946–55 gab es viele Auftritte des Jodlerduos Meissenbichler/Gletthofer, auch in der Schweiz, in Deutschland, Italien und England, u. a. gemeinsam mit dem Edler-Trio und dem Humoristen K. Panzenbeck.
Werke
Aufnahmen: u. a. Erzherzog Johann-Jodler, Scheiben Jodler, I bin a Steirerbua, Mürztaler G’stanzln, Sonnwendstein-Jodler, Mei Steiermark, Mei Hüttal, Diandl tiaf drunt im Tal, Schau, schau, wia’s regnen tuat, Wenn ich auf hohen Bergen steh, Der Waxriegler, Hoch am Ötscher, s’Gamserlschiaß’n (zumeist um 1949/50)
Literatur
- E. Feichtenhofer, Leben und musikalisches Wirken von Gisela Meissenbichler und Ignaz Gletthofer, Bachelorarb. Johann Josef Fux Konservatorium Graz 2016
Abbildungen
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
20.7.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Gletthofer, Ignaz“ (20.7.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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