Meissenbichler (Meißenbichler, geb. Stöger), Gisela

* 4.4.1906 Schwoich/Obergaisbach bei Kufstein/T, † 10.8.1998 Villach/K

Kellnerin, Sängerin, Jodlerin

Meissenbichlers Vater Josef Stöger spielte Gitarre, ihre Mutter Notburga sang gerne, sie selbst sang schon als 4-Jährige, begleitet von Großvater (Gitarre) und Onkel (Tiroler Liederharfe) am großväterlichen Bauernhof zur Unterhaltung der Gäste. Das Gitarrespielen brachte sie sich später selbst bei. 1923 ging sie in den Gastbetrieb ihrer Cousine nach Saalfelden/Sb, mit der sie abends für die Gäste sang und musizierte, 1929 übersiedelte Meissenbichler nach München; 1925–35 arbeitete sie auch als Kellnerin in der Stripsenjoch-Hütte in Ebbs bei Kufstein, die von ihrem Onkel Franz Stöger geführt wurde, wo sie mit ihren Cousinen musizierte. Der dort öfter einkehrende Bergführer Georg Guggelberger lud sie ein, in seinem Gasthaus in Graz als Kassierin zu arbeiten, und so übersiedelte Meissenbichler 1930 nach Graz und sang auch hier für die Gäste. Hier lernte sie auch den Lokführer Franz Meissenbichler (1896–1978) kennen, den sie im Augst 1931 heiratete und zu ihm nach Mürzzuschlag zog. Im selben Jahr wurde Meissenbichler zufällig als Sängerin auf der Rinnhofer Hütte auf der Schneealm im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet entdeckt, ab 1932 war sie wöchentlich live im Radio zu hören. Dabei begleitete sie sich anfangs noch selbst auf der Gitarre oder sang mit Cilli Exenberger, ihrer ehemaligen Arbeitskollegin aus der Tiroler Weinstube in Graz. 1936 lernte Meissenbichler den Harmonikaspieler I. Gletthofer kennen, 1937 erfolgte ihr erster gemeinsamer Auftritt im Rundfunk. Gletthofer begleitete bis 1960 nicht nur die Bravourjodler der „Steirischen Meisterjodlerin“, sondern sang auch mit ihr im Duett. 1946–55 gab es viele Auftritte des Jodlerduos Meissenbichler/Gletthofer, auch in der Schweiz, in Deutschland, Italien und England, u. a. gemeinsam mit dem Edler-Trio und dem Humoristen K. Panzenbeck. 1949–51 nahm das Duo 24 Titel bei His Master´s Voice auf Tonträger auf, von denen der Erzherzog-Johann-Jodler und der Scheibenjodler (Letzterer wie auch die anderen Bravourjodler wurden von ihnen selbst erdacht) besonders bekannt wurden; zwei Titel wurden 1953 vom Rundfunk in Graz aufgenommen. Meissenbichler wurde zum Vorbild anderer Sängerinnen und Jodlerinnen wie E. E. Diepold, Irmina Zinner-Zenz, Resi Pretterhofer-Münzer und Michaela Reinbacher; manchmal erteilte sie privat Gesangsunterricht. Ab 1985 lebte M. in einem Pensionisten-, später in einem Pflegeheim in Villach.

Ehrungen

Werke

Schallplatten: (zumeist um 1949/50) u. a. Erzherzog Johann-Jodler, Scheiben Jodler, I bin a Steirerbua, Mürztaler G’stanzln, Sonnwendstein-Jodler, Mei Steiermark, Mei Hüttal, Diandl tiaf drunt im Tal, Schau, schau, wia’s regnen tuat, Wenn ich auf hohen Bergen steh, Der Waxriegler, Hoch am Ötscher, s’Gamserlschiaß’n.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

25.9.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „Meissenbichler (Meißenbichler, geb. Stöger), Gisela“ (25.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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