Gielen, Michael Andreas

* 20.7.1927 Dresden/D, † 8.3.2019 Mondsee/Sb

Dirigent und Komponist

Sohn des späteren Burgtheaterdirektors Josef G. (1890–1968) und der Schauspielerin Rosa Steuermann (1891–1972, Schwester von E. Steuermann). 1940 Emigration der Familie nach Buenos Aires; 1942–49 Klavier- und Theoriestudium bei Erwin Leuchter; Philosophiestudium; 1947–50 Korrepetitor am Teatro Colón Buenos Aires; als Komponist und Interpret für die agrupación nueva musica tätig; führte 1949 sämtliche Klavierwerke A. Schönbergs auf; 1950–53 Analysestudien bei J. Polnauer in Wien; 1950–60 Korrepetitor und Kapellmeister an der Wiener Staatsoper; 1960–65 Chefdirigent der Königlichen Oper Stockholm, anschließend in Köln/D; 1969 Chefdirigent des belgischen Nationalorchesters in Brüssel, 1973 der Niederländischen Oper Amsterdam; 1977–87 Operndirektor und Generalmusikdirektor in Frankfurt am Main/D; 1978–81 Chief Guest Conductor des BBC-Orchestra London; 1980–86 Musikdirektor des Cincinnati Symphony Orchestra; ab 1986 Chefdirigent des SWF Sinfonieorchesters Baden-Baden//D (ab 1996 umbenannt in SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg), welches er bis 1999 leitete (ab diesem Zeitpunkt „ständiger Gastdirigent“); 1987–95 Professur für Dirigieren an der Salzburger MHsch. Mozarteum; „ständiger Gastdirigent“ des ORF-Symphonieorchesters (RSO Wien); 1995 Debüt bei den Salzburger Festspielen mit Lulu. G. lebt in Freiburg im Breisgau/D und in Wien. G.s frühere Kompositionen sind stark von der Zweiten Wiener Schule beeinflusst. Als Dirigent leitete er zahlreiche UA.en von Bernd Alois Zimmermanns (Oper Die Soldaten; Requiem für einen jungen Dichter), G. Ligeti (Requiem), Karlheinz Stockhausen (Carré), L. Nono, Luciano Berio, H. W. Henze (Dramatische Szenen aus ‚Orpheus’) u. a.

Ehrungen

  • Hessischer Staatspreis für Kultur 1985
  • Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main 1986
  • österreichischer Orden Litteris et Artis 1992
  • Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Kunst 1991
  • Großes Bundesverdienstkreuz der BRD 1992
  • Preis der Stadt Wien (Kategorie Musik) 1996
  • Frankfurter Musikpreis 1999
  • Musikpreis der Stadt Duisburg/D 2006
  • Faust Theaterpreis (für sein Lebenswerk) 2007
  • Musikpreis der Internationalen Ernst von Siemens Musikstiftung 2010
  • Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland 2010

Werke

Variationen für Streichquartett 1949; Variationen für 40 Instrumente 1959; Melodram mit Zwischenspielen die glocken sind auf falscher spur für 6 Musiker und Bänder 1970; Einige Schwierigkeiten bei der Überwindung der Angst für Orchestermusiker 1975; Streichquartett Un vieux souvenir 1983–85; Jesu meine Freude (Collage über die gleichnamige Motette von J. S. Bach und Igor Strawinskys Canticum sacrum für Chor und Orchester 1988); Kammermusik.

Schriften

Literatur

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

2.7.2019

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Gielen, Michael Andreas“ (2.7.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cf10 (abgerufen am )

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