Draxler-Niemeczek wuchs im Übelbachtal und in Frohnleiten/St auf; mit der Großmutter mütterlicherseits sang sie bereits als Kind Volkslieder aus deren Schulzeit, durch den Vater Johann Draxler (* 23.9.1932), der Steirische Harmonika spielte, lernten Draxler-Niemeczek und ihre beiden Brüder – Gerhard (Hati) Draxler (* 4.12.1969) ist Musikant bei der Landstreich – traditionelle Musik kennen. Im Volksschulalter lernte sie zuerst Blockflöte, danach Geige. Draxler-Niemeczek studierte später Blockflöte und im Nebenfach Klavier an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien und schloss das Studium mit der Lehrbefähigungsprüfung ab. Parallel dazu absolvierte sie die Lehrerausbildung an der Berufspädagogischen Akademie für das Fach Ernährung und Haushalt in Graz . Den Lehrberuf übte sie drei Jahre lang in Mistelbach/NÖ an der Kindergartenpädagogik und an der Musikschule in Frohnleiten aus. Ab 1985 war sie in der Kulturarbeit tätig, u. a. von 1992–2000 als Archivleiterin des Niederösterreichischen Volksliedarchivs, wo sie ihren späteren Mann E. Niemeczek kennenlernte. Mit ihm gründete Draxler-Niemeczek 1995 die Arbeitsgemeinschaft Volkskultur Niederösterreich, woraus 1998 die Volkskultur Niederösterreich Betriebs GmbH und schließlich die Kultur.Region.Niederösterreich GmbH hervorgingen. Sie stand dieser Institution, die u. a. Museums- und Musikschulmanagement, Chorwesen und Volksliedarchiv umfasst, Publikationen herausgibt, Veranstaltungen organisiert und Fortbildungen anbietet, bis 2018 als Holdinggeschäftsführerin vor. 2018–22 war sie weiterhin als Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich GmbH, eine Tochtergesellschaft der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH, mit den Bereichen Volkskultur, Volksliedarchiv, Brandlhof und für die beiden Geschäfte Handwerk der Regionen und Buchhandlung der Regionen sowie für die Chorszene Niederösterreich tätig bzw. verantwortlich. 1993 konzipierte und organisierte Draxler-Niemeczek gemeinsam mit einem Team das erste aufhOHRchen-Festival für traditionelle wie auch innovative Volksmusik, das sie bis 2022 leitete und verantwortete. 2000–23 gestaltete und moderierte sie zudem Radiosendungen: monatlich die einstündige Radiosendung „aufhOHRchen auf Radio Niederösterreich“ sowie anlassgebunden „aufhOHRchen-Spezial“-Sendungen und Radio-Frühschoppen. Da eine handschriftliche Volksmusiksammlung ihr Interesse etwa im Alter von zwölf Jahren weckte, kam Draxler-Niemeczek als Jugendliche in Kontakt mit anderen Volksmusikant:innen, Sänger:innen und Forscher:innen aus der Region wie etwa H. Härtel. Nach der Teilnahme an Volksliedforschungsseminaren mit u. a. W. Deutsch, G. Haid und R. Pietsch begann Draxler-Niemeczek in Übelbach zu forschen. Einige der Mitte der 1980er Jahre auf Tonband aufgenommenen und von ihr transkribierten Lieder wurden Anfang der 1990er Jahre in zwei Steirischen Liederblättern publiziert.
Ehrungen
- Hans-Kudlich-Preis 1999
- Goldenes Ehrenzeichen des Bundeslandes Niederösterreich 2008
- Prof.-Titel 2015
- Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 2023
Schriften
- Dorothea Draxler, „Ein-Blick in das Volksliedarchiv für NÖ und Wien“, in: Aus der Fuhrmannsgass’n 8/1 (1992), 8f
- Dorothea Draxler u. a., „Infolk – Das Informationssystem für Volksliedarchive in Österreich“, in: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 39/40 (1990/91), 81–216
- Dorothea Draxler, „Feldforschung Frankenfels“, in: Der Niederösterreicher 13/4 (1992), VIII–X
- Dorothea Draxler, „Melodie und Text als Botschaft“, in: Lieder haben lernen, hrsg. von Hermann Härtel, Graz 1993 (Sätze und Gegensätze 1), 36–42
- Dorothea Draxler / Ernst Scheiber, AufhOHRchen. Volksmusik in Niederösterreich, Wien 1993
- Dorothea Draxler, „Feiern und Trauern. Franz Gamsjäger, Heiratsmann und Vorbeter aus Frankenfels mit reicher Erfahrung“, in: Brauchtumskalender (1996), 94–109
- Dorothea Draxler, „Echt oder unecht ... Ist das noch die Frage?“, in: Niederösterreichischer Brauchtumskalender. Volkskultur 1997, red. von Gudrun Dietrich und Edgar Niemeczek, Mödling 1997, 126–131
- Dorothea Draxler, „Das Wirtshaus – Die Hochschule der Volksmusik. Über die Entwicklung der sänger- und musikantenfreundlichen Gaststätten in Österreich“, in: Wo ein Wirtshaus erbaut, ein Musikant vorbeischaut, hrsg. von Dorothea Draxler und Edgar Niemeczek, Atzenbrugg 2002 (Jahrbuch der Volkskultur Niederösterreich), 49–61
- Das Traismaurer Kripperl. Eine 200-jährige Tradition, hrsg. von Dorothea Draxler und Edgar Niemeczek, Atzenbrugg 2003 (Jahrbuch der Volkskultur Niederösterreich)
- Kultur ohne Grenzen, hrsg. von Dorothea Draxler und Edgar Niemeczek, Atzenbrugg 2003 (Jahrbuch der Volkskultur Niederösterreich)
- Dorothea Draxler, „Von der Fuhrmannsgasse in die Operngasse. Dorli Draxler im Gespräch mit Walter Deutsch“, in: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 52 (2003), 102–109
- Dorothea Draxler, Tradition in Bewegung. 50 Jahre Volkskultur, Atzenbrugg 2006
- Dorothea Draxler, „Volksmusik und Bauernstand“, in: Im Bund mit Land und Leuten. 100 Jahre Niederösterreichischer Bauerbund 1906–2006, red. von Paul Gruber, Wien 2006, 297–304
- Dorothea Draxler / Edgar Niemeczek, Die Vielfalt in der Einheit. 60 Jahre Volkskultur Niederösterreich, 2. erweiterte Auflage, Atzenbrugg 2006
- Das Industrieviertel. Am Puls der Zeiten, hrsg. von Dorothea Draxler und Edgar Niemeczek, Atzenbrugg 2011 (Jahrbuch der Volkskultur Niederösterreich)
- Eisenstraße. Auf den Wegen des Eisens in Niederösterreich, hrsg. von Dorothea Draxler und Edgar Niemeczek, Atzenbrugg 2015
- Dorothea Draxler, „Glanzlichter im Zeichen der Volkskultur. Tradition und Innovation müssen kein Widerspruch sein“, in: Schriftenreihe des Club Niederösterreich 1/2 (2011), 28–30
- Südliches Waldviertel. Vom Leben in der Region und dem Recht der „kleinen Leute“, hrsg. von Dorothea Draxler u. a., Atzenbrugg 2017
- Dorothea Draxler, „Selber singen. Trotz allem singen. Ein Plädoyer für das Singen zu Hause“, in: Schaufenster Kultur.Region 4 (2020), 60f
- Dorothea Draxler, „Ein Leben für die Volksmusik: zehn Dekaden – zehn Komponenten. Dorli Draxler im Gespräch mit Walter Deutsch“, in: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 73 (2024), 77–88
- Dorothea Draxler, „50 Jahre alpenländischer Volksmusikwettbewerb / Herma Haselsteiner-Preis“, in: Die Mölkerstiege 161 (2024), 12–15
- Dorothea Draxler, „,Vergesst mir den Ländler nicht!‘ em. Prof. Mag. Dr. h. c. Walter Deutsch (23.4.1923/Bozen–13.1.2025/Wien)“, in: Schaufenster Kultur.Region 1 (2025), 30f
- Dorothea Draxler u. a., Spontan-Lebendig-Traditionsbewußt. So wie die Alten sungen, ... Volksliedsingen in Großrußbach. Jugendsingwoche 1989, o. O. 1989
- Übelbacher singen..., red. von Dorothea Draxler, Graz 1990 (Steirisches Liederblatt 9/4)
- Dorothea Draxler u. a., Großrußbacher Auslese 1990. Volksmusik aus Niederösterreich und Wien, Wien 1990
- Lieder zur Weihnacht, zum Frieden und zur Freude, hrsg. von Dorothea Draxler u. a., Wien 1991
- Übelbacher singen. Aus dem Liedgut der Familie Jantscher, red. von Dorothea Draxler, Graz 1994 (Steirisches Liederblatt 13/1)
- 222 Most Gstanzln, hrsg. von Dorothea Draxler u. a., Ardagger 1997
- Dorothea Draxler / Ernst Scheiber, Liederösterreich. Das österreichische Volksliederbuch zur Jahrtausendwende, St. Pölten 1999
- Dorothea Draxler, Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis, Atzenbrugg 2010
- Dorothea Draxler / Edgar Niemeczek, Singen. Das goldene Liederbuch, Wien 2019
- Dorothea Draxler, verschiedene Beiträge in: Volkskultur Niederösterreich. Kultur.Region.Niederösterreich, www.volkskulturnoe.at (10.3.2026)
Literatur
- Johanna Trummer, Art. „Draxler, Dorothea“, in: LiedSammlerVolk. Volksliedsammler und -sammlerinnen in der Steiermark, hrsg. von Helmut Brenner u. a., Graz 2016, 33–36
- Doris Zizala u. a., Das Erreichte zählt für Dorli Draxler, Atzenbrugg 2022
- Mitt. D. Draxler (21.7.2026)
Abbildungen
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
29.9.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Draxler-Niemeczek (geb. Draxler), Dorli (eig. Dorothea)“ (29.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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