Debrois van Bruyck, Carl

* 14.3.1828 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † 2.8.1902 Waidhofen an der Ybbs/NÖ

Musikschriftsteller und Komponist

Zog mit den Eltern 1830 nach Wien, erhielt 14-jährig von A. Mittag ersten Klavier-, 1850 von J. Rufinatscha Kompositionsunterricht. 1850–60 zählte er zum engsten Kreis um Friedrich Hebbel, in dessen Haus er musizierte und von dem er auch zahlreiche Gedichte vertonte. 1853–68 war D. musikschriftstellerisch für mehrere Zeitschriften in Österreich und Deutschland tätig, u. a. 1856–63 als Nachfolger seines Freundes E. Hanslick für die Wiener Zeitung. Als überzeugter Gegner der Neudeutschen propagierte er als einer der ersten in Wien die Werke R. Schumanns und später J. Brahms’. Mit beiden stand er in näherem Kontakt. Längere Zeit beschäftigte sich D. dann mit musikhistorischen und philosophischen Studien und übersiedelte 1874 nach Waidhofen/Ybbs, wo er sich v. a. seinem kompositorischen Schaffen und einem umfangreichen Briefwechsel mit Schriftstellern (u. a. Paul Heyse, Robert Hamerling) und Musikern widmete. Von seinen über 2400 Kompositionen wurden viele aus der früheren Zeit aufgeführt und auch gedruckt.

Werke

u. a. Symphonien; Kammer- und Klaviermusik; Requiem 1861; Chöre; Lieder; Bearbeitungen J. S. Bachscher Werke.

Schriften

Literatur

  • U. Harten, C. D. v. B. (1828–1902), Diss. Wien 1974 (mit Schriften- und WV)
  • Czeike 2 (1993)
  • MGÖ 3 (1995, Bruyck)
  • Riemann 1959 (Bruyck)

Abbildungen

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Debrois van Bruyck, Carl“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cb73 (abgerufen am )

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