Billek (eig. Bilek), Familie

Juristen und Musiker

Rudolf Anton Josef Maria: * 6.8.1871 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † 29.4.1945 Klosterneuburg/NÖ. Jurist. Sohn des Viktualienhändlers Josef Bilek und dessen Frau Barbara, geb. Schmidt. Nach der Matura am Brünner Gymnasium studierte er ab 1891 Jus an der Univ. Wien (Promotion 23.2.1898). Danach Karriere als Richter: 1900 Gerichtsadjunkt [Richteramtsanwärter] in Tulln, ab 1905 dort Richter, ab 1908 Straf-, ab 1912 Zivilrichter am Bezirksgericht Josefstadt (Wien VIII), 1917 kam er zum Landesgericht Wien, später Senatsvorsitzender des Straflandesgerichts Wien und ab 1927 bis zu seiner Pensionierung 1937 Senatsrat am Oberlandesgericht. Eine Bewerbung als Präsident des neu geschaffenen Jugendgerichtshofs (ab 1.1.1929) blieb erfolglos. Seit 1892 Vereinsmitglied, ab 1895 im Vorstand des Wiener Akademischen Wagner-Vereins (1895–1904 sowie 1906–13 Schriftführer, 1914–1928 Obmann, danach Beirat). Als Obmann (Nachfolger: M. Millenkovich-Morold) trug er wesentlich zur Popularisierung der Werke Rich. Wagners in Wien bei. Im März 1922 traf er in dieser Funktion S. Wagner und dessen Ehefrau Winifred in Wien. 1927 wirkte B. an der Gründung des Bayreuther Bundes der deutschen Jugend in Wien mit und wurde Vorstandsmitglied. Außerdem machte er sich im Bereich Kinderschutz und Jugendfürsorge verdient. Seit 16.5.1906 verheiratet mit Karoline Irenäa Maria, geb. Riemer (* 9.2.1883 Leonfelden/OÖ, † 29.12.1942 Wien?), der Tochter des Landesgerichtsrates und Gerichtsvorstehers in Tulln, Josef Riemer. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor: Rudolf Josef Karl Maria (* 2.1.1908 Tulln, † 8.4.1975 Wien), später Staatsanwalt und 1930/31 Schriftführer des Wiener Akademischen Wagner-Vereins, und Karl (s. u.).

Ehrungen

  • Kriegskreuz für Zivilverdienste 2. Klasse 1918
  • Oberlandesgerichtsrat 1920
  • Hofrat (vor 1921)
  • Offizierskreuz des Österreichischen Verdienstordens 1937

Schriften

  • Artikel zum Thema Kinder- und Jugendschutz

Literatur

  • Czeike 1 (1992)
  • F. Planer (Hg.), Das Jb. der Wr. Gesellschaft 1929
  • Ostdt. Rundschau 30.3.1922, 7, 28.12.1927, 3
  • Der Tag 10.2.1937, 7
  • Linzer Volksbl. 18.5.1900, 5
  • Wr.Ztg. 30.12.1905, 4, 30.3.1927, [1]
  • Illustrirtes Wr. Extrabl. 22.7.1908, 12
  • Reichspost 3.7.1912, 9, 1.8.1917 (Nachmittagsausgabe), 2, 9.5.1918, 7
  • NFP 2.7.1920, 7
  • Die Stunde 10.11.1928, 4
  • Taufbuch der Pfarre Sv. Jakub, Brünn 1871–81, pag. 5
  • Taufbuch der Pfarre Tulln-St. Stephan 1907–27, fol. 7
  • https://scopeq.cc.univie.ac.at (3/2024)
  • Archiv Univ. Wien, Nationalen der juridischen Fakultät
  • Wiener Akademischer Wagner-Verein (Einladungen, Programme), Wienbibliothek, Sig. C-127898
  • eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmann's Adresskalender; Jahresberichte des Wr. Akademischen Wagner-Vereins)

Sein Sohn

Karl (eig. Carl Otto Josef Maria): * 4.3.1909 Tulln, † 8.8.1982 Wien. Cellist, Kapellmeister, Komponist. Studierte 1927–32 an der MAkad. Wien Cello bei A. Barthlmé, außerdem Harmonielehre bei C. Horn, Kontrapunkt bei J. Marx und F. Schmidt sowie 1931–34 Musiktheorie bei F. Schmidt (Reifeprüfung 21.6.1934). 1936/37 fungierte er als Kapellmeister der im Sommer 1936 ins Leben gerufenen „Oesterreichischen Länderbühne“ (Vaterländische Front), die im Rahmen ihrer dritten Tournee u. a. mit J. Nestroys Der Zerrissene durch Österreich reiste und in zahlreichen österreichischen Orten, darunter Salzburg, Feldkirch, Villach und Klagenfurt, gastierte. Als Komponist ist er zweimal durch Sendungen auf Radio Wien belegbar: 1937 durch das Hörspiel mit Musik Olymp in Wien, 1938 durch seinen Tango Eine schöne Frau wie Du, gespielt von der Funkkapelle unter H. Sandauer. Am 15.11.1937 heiratete B. in Gmünd/NÖ die Kontoristin (später Röntgenassistentin) Elfriede Maria Josefine Czermak (* 26.11.1913 Gmünd, † 24.8.2007 Wien), mit der er vier Kinder hatte. Zum Zeitpunkt seiner Scheidung am 15.3.1947 lebte er als Kapellmeister in Kramsach/T. Am 19.6.1947 schloss er seine zweite Ehe in Währing (Wien XVIII). Danach verliert sich seine Spur.

Werke

Tango Eine schöne Frau wie Du; Hörspiel mit Musik Olymp in Wien.

Literatur

  • Freie Stimmen 31.12.1936, 2
  • Kärntner Ztg. 19.1.1937, 8, 14.12.1937, 4
  • Feldkircher Anzeiger 12.12.1936, 5
  • Salzburger Volksbl. 4.12.1936, 8
  • Radio Wien 4.3.1938, 14
  • Taufbuch der Pfarre Tulln-St. Stephan 1907–27, fol. 28
  • Trauungsbuch der Pfarre Gmünd 1932–38, fol. 68
  • www.friedhoefe.wien.at (3/2024)
  • Mitt. Archiv MUniv. Wien (3/2024)

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

28.10.2024

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Billek (eig. Bilek), Familie“ (28.10.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f897 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.