Alberdingk (verh. Walter, A.-Walter, Walter-A.), Erny (Erni, eig. Ernestine Carline Josefine)

* 18.8.1892 Klosterneuburg/NÖ, † 1.10.1961 Wien

Geigerin

Eines von fünf Kindern des Fabriksbesitzers Hermann Josef Alberdingk († 29.3.1916 Klosterneuburg). 1908–12 Studium an der Wiener MAkad. bei A. Rosé und in Berlin bei Carl Flesch. 1912/13 Mitglied des neu gegründeten Streichquartetts Kolbe (Kolbe-Quartett) zusammen mit Margarethe Kolbe (V. 1), M. Kupka (Va.) und E. Bokmayer, später verheiratete Grümmer (Vc.), das am 13.11.1912 im kleinen Musikvereinssaal debütierte. 1914–18 und 1925–30 Primgeigerin ihres eigenen A.-Quartetts zuerst mit Susanne Lachmann (V. 2), Alba Poppy (Va.) und ebenfalls E. Bokmayer (Vc.), welches 1917 Konzerte an der Front gab. Besetzungswechsel 1925 mit Tina Koppensteiner (V. 2) und kurz darauf Lissy Sieber (V. 1), Hilde Wimmer (Va.) und Luitgard Wimmer (Vc.). Am 4.11.1920 Heirat in der Klosterneuburger Stiftskirche mit dem Organisten K. Walter, mit dem sie regelmäßig gemeinsam konzertierte (u. a. in St. Stephan und im Großen Wiener Musikvereinssaal, vor der Eheschließung bereits im Oktober 1919 in Graz). Ab 1924 auch öfters auf Radio Wien zu hören, u. a. begleitet von H. Löwe. Konzerttätigkeit als Solistin sowie als Kammermusikerin im In- und Ausland, u. a. 1929 in Venedig im Saal des Conservatorio „Benedetto Marcello“. Als Wiener Trio mit Annie Bock-Walters (Kl.) und L. Wimmer (Vc.) konzertierte sie im November 1929 im mittleren Konzerthaussaal und auf Radio Wien. Spezialisierung auf Werke von J. S. Bach und Max Reger. A. zählte zum Freundeskreis von J. Marx und Anton Wildgans, mit denen sie regen Briefwechsel betrieb. Im Mödlinger Haus von Wildgans spielte sie häufig sonntags Vormittag mit ihrem Quartett. E.s ältere Schwester Clementine (verh. Mehl, * 14.6.1890 Klosterneuburg, † 27.11.1966 Klosterneuburg) war Malerin und Grafikerin und porträtierte u. a. A. Wildgans.

Ehrungen

  • Widmungsträgerin von Ettore Desderis Sonata per violino e pianoforte, ca. 1930
  • Widmungsträgerin von J. Lechthalers Freitag-Abend, op. 18 f. Solostimme und Streichquartett 1932
  • gem. m. K. Walter Widmungsträgerin von Gottfried Rüdingers Elegie für Orch., op. 77a, ca. 1930

Literatur

  • Kürschner 1954
  • O. Friedmann (Hg.), Prominenten Almanach 1 (1930)
  • H. Degener (Hg.), Wer ist’s? (1935)
  • Teplitz-Schönauer Anzeiger 31.8.1916, 5
  • Neue Klosterneuburger Ztg. 4.3.1933, 2
  • Radio Wien 19.2.1934, 17, 4.3.1939, 8
  • Reichspost 18.7.1926, 8, 13.11.1929, [1], 29.12.1929, 20
  • Die Zeit 12.11.1912, 4
  • NFP 31.3.1916, 18
  • Slg. Moißl
  • Taufbuch der Stiftspfarre Klosterneuburg 1886–93, fol. 176
  • Trauungsbuch der Klosterneuburg-Stiftspfarre 1914–21, pag. 443
  • U. Müksch, Clementine Alberdingk: Malerin und Grafikerin (www.kultur-klosterneuburg.at, 7/2021)
  • www.myheritage.at (3/2023)
  • eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at)

Abbildungen

Autorinnen

  • Nicole Lorek
  • Andrea Harrandt
  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

13.3.2023

Empfohlene Zitierweise

Andrea Harrandt, Monika Kornberger, Nicole Lorek, Art. „Alberdingk (verh. Walter, A.-Walter, Walter-A.), Erny (Erni, eig. Ernestine Carline Josefine)“ (13.3.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f689 (abgerufen am )

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