Zeno, Apostolo

* 11.12.1668 Venedig/Republik Venedig (Venezia/I), † 11.11.1750 Venedig

Poet und Historiograph, Librettist, Journalist, Lexikograph und Numismatiker

Gründungsmitglied der Accademia degli Animosi 1691. Als Sohn einer verarmten Patrizierfamilie veröffentlichte Z. ab 1686 erste Gedichte (L’incendio veneto) und wurde nach 1695 (Gli inganni felici) zu einem beliebten Librettisten der größten zeitgenössischen Komponisten. In Zusammenarbeit mit Scipione Maffei, Antonio Vallisnieri und seinem Bruder Pier Caterino Z. gründete er 1710 das angesehene Giornale de’ letterati d’Italia, welches er bis zu seiner lange hinausgezögerten Berufung nach Wien (erste Kontakte zu P. A. Bernardoni ab 1698, erste Einladungen ab 1710) leitete. Am Kaiserlichen Hof ab 12.9.1718 mit einem Jahresgehalt von 4.000 fl als „Poeta ed Istorico Cesareo“ tätig, setzte er zunächst die schon 1705 mit Ambleto begonnene Zusammenarbeit mit dem ebenfalls am Wiener Hof angestellten P. Pariati fort, aus welcher 15 Operntexte entstanden, wofür Z. meist die Handlungsstruktur entwarf und P. die Texte ausformulierte. Zeno empfahl 1729 P. Metastasio als seinen Nachfolger am Kaiserhof und kehrte nach Venedig zurück, um dort seine frühere Tätigkeit als Schriftsteller und Journalist fortzusetzen (z. B. seine Annotazioni alla Biblioteca dell’eloquenza italiana di Giusto Fontanini, Venedig 1753).

In seinen 17 Oratorien behandelt Z. lehrreiche Episoden aus den Leben der Propheten des Alten Testaments (David, azione sacra). Seine 36 musikdramatischen Werke bieten Interpretationen von mythologischen (Ifigenia in Aulide, M: A. Caldara, Wien 1718) und historischen (Temistocle, M: N. Porpora, Wien 1718) Stoffen nach den Regeln der klassischen französischen Tragödie des 17. Jh.s, welche an die Gestaltungsweisen der Hofoper (Licenza) angepasst sind.

Schriften

Literatur

Autor

  • Alfred Noe

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Alfred Noe, Art. „Zeno, Apostolo“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e79c (abgerufen am )

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