Sohn des Bürgers, Mesners und Musikers Joseph Anton v. Z. (1759–1831). Studium an der Präparandie in Linz, musikalische Ausbildung vielleicht bei F. X. Glöggl in Linz und J. N. A. Maxandt in Friedberg (Frymburk/CZ). 1827/28 war Z. vermutlich als Musiklehrer in Waidhofen an der Ybbs tätig, ab 1829 in seiner Heimatstadt Enns als Regens chori, Organist und Mesner der Stadtpfarrkirche, Kopist, ausübender Musiker (Violine, Violoncello, Orgel), Komponist und Privatmusiklehrer. Als Vorstand des Geselligkeits-Vereins organisierte er große Konzerte mit anspruchsvollem Programm. Die bekannt gewordenen Kompositionen zeigen ihn als stilistischen Eklektiker, der Elemente aus der Klassik mit solchen der Frühromantik und eigenen Einfällen gewandt verschmolz. Seine überdurchschnittliche Literaturkenntnis und sein profundes theoretisches Wissen prädestinierten ihn zum Lehrer des jungen A. Bruckner während dessen Kronstorfer Zeit (1843–45) und, in gelockerter Form, während der St. Florianer Jahre (1845–55). Dieser wohl berühmteste Schüler hat zeitlebens auf die durch Z. vermittelten musiktheoretischen Kenntnisse dankbar hingewiesen.
Werke
Pastoralmesse in C-Dur f. 4 Singstimmen, Chor, Orch. u. Org., Messe f. Männerchor („zur Feier der Fahnenweihe des löbl. Gesang Vereins Concordia“), Trio f. V., Va. u. Vc.
Literatur
- E. Maier/F. Zamazal, Anton Bruckner u. L. v. Z. 1980
- BrucknerH 1996
Autorin
- Elisabeth Maier
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Maier, Art. „Zenetti, Leopold von“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e79a (abgerufen am )
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