Wirtschaft

Bezeichnung für ein Fest an europäischen Fürstenhöfen, bei dem der Adel in durch das Los bestimmten Kostümen verschiedener Berufe und Nationen vorgeblich in einem „Wirtshaus“ (daher die Bezeichnung) eine Mahlzeit einnahm.

Damit waren auch Musik und anschließender Gesellschaftstanz verbunden. Am Wiener Kaiserhof waren diese Maskenbälle vom 17. bis zum letzten Drittel des 18. Jh.s, manchmal in Form von Bauernhochzeiten, alljährlicher Bestandteil der Faschingsfeste; Kaiser und Kaiserin fungierten als Wirtsleute („Zum Schwarzen Adler“). Auch hohe Gäste spielten ihre niedrigen Rollen, so 1678 Fürst Johann Georg II. zu Anhalt-Dessau einen holländischen Schiffer oder im Juli 1698 Zar Peter I. einen Bauern aus Friesland. Gelegentlich folgte der W. ein Ballett.

Literatur

Autor

  • Herbert Seifert

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Herbert Seifert, Art. „Wirtschaft“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e71a (abgerufen am )

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