Wallner, Norbert

* 6.6.1907 Silz/T, † 29.12.1976 Innsbruck

Volksmusikforscher und -pfleger, Liedschöpfer

Nach dem Besuch der Realschule in Meran und Innsbruck und Absolvierung des Abiturientenkurses an der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck ab 1926 im Schuldienst als Bürger- und Hauptschullehrer in Reutte/T, Telfs, Innsbruck und Kitzbühel/T (ab 1938, 1941–44 Kreisschulinspektor, auch Tätigkeit als Chorleiter). 1935–38 studierte W. Musikwissenschaft und Kunstgeschichte in Innsbruck (ohne Abschluss), ab 1936 war er illegales Parteimitglied der NSDAP, 1938 provisorischer Volksbildungsreferent für den Gau Tirol-Vorarlberg und kurzzeitig Kulturreferent im Reichspropagandaamt. 1944/45 Kriegsteilnehmer, danach Berufsverbot und hauptamtlicher Mitarbeiter des Alpenvereins in Graz. Nach Aufhebung des Berufsverbots 1950 wieder im Schuldienst in Innsbruck, ab 1960 neuerlich in Kitzbühel (auch Mitglied des Männergesangvereins). Daneben Fortsetzung des Studiums aus Volkskunde und Musikwissenschaft in Innsbruck (Promotion 1964). 1966–76 Leiter des Tiroler Volksliedarchives (Volksliedwerk). Veranstalter des 1. Adventsingens in Innsbruck 1966. Berater und Betreuer zahlreicher Gesangsgruppen und Gestalter vieler Radiosendungen, vorwiegend in Südtirol. Feldforschungen in Tirol und Südtirol mit dem Schwerpunkt geistlicher Liederhandschriften. Viele seiner Liedschöpfungen sind in Volksmusikkreisen noch lebendig, darunter v. a. das Adventlied Das ist die stillste Zeit im Jahr. Ab 1941 war der verwitwete W. in zweiter Ehe mit einer Tochter von O. Lawatsch verheiratet.

Gedenkstätten

  • Bis 2020 Norbert-Wallner-Weg in Telfs

Werke

Lieder im Volksliedstil, Liedbearbeitungen; Wir stehn im Morgenrot. Lieder der kämpfenden Ostmark 1938.

Schriften

Literatur

Autor:innen

  • Gerlinde Haid
  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

24.9.2020

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Gerlinde Haid, Art. „Wallner, Norbert“ (24.9.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e61f (abgerufen am )

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