Vogl-Eich (Vogel, Eich-Vogl, geb. Vogl), Hertha (Herta)

* 8.2.1904 Wien, † 10.10.1986 Saarbrücken/D

Musikwissenschaftlerin und Sängerin (Sopran)

Die Tochter des Fabriksbesitzers Walther Vogl und dessen Frau Elisabeth, geb. Papellier, besuchte nach der Volksschule Feldmühlgasse (Wien XIII) und der Unterstufe des Mädchenlyzeums das Reform-Realgymnasium für Mädchen (beide Wenzgasse 7, Wien XIII) und maturierte 1922. Im Anschluss daran bis 1926 Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Wien u. a. bei G. Adler, A. Orel, W. Fischer und R. Lach; 1926 Promotion. Von G. Adler wurde sie zum Mitglied der Kommission der Beethoven-Zentenarfeier 1927 ernannt, ihre Dissertation wurde in der zugehörigen Festschrift publiziert. V.-E. hielt 1927–31 u. a. an den Wiener Volkshochschulen Vorträge und Kurse zu musikhistorischen Themen. In späterer Zeit befasste sie sich insbesondere mit den Werken des deutschsen Komponisten Joseph Haas. Neben ihrem Universitätsstudium studierte sie an der Wiener MAkad. Gesang bei R. Papier sowie Dramatische Darstellung bei L. Wallerstein (Abschluss 1930). Nach Konzerttätigkeit in Wien gastierte sie an Opernbühnen in Brünn, Eger (Cheb/CZ), Bielitz (Bielsko-Biała/PL), Straßburg (Strasbourg/F; Théâtre Municipale), Schwerin/D (Mecklenburgisches Staatstheater) und Wismar/D, bevor sie 1931 ein Engagement am Staatstheater in Saarbrücken erhielt. Hier sang sie u. a. die Rollen der Eva (Die Meistersinger von Nürnberg), Elsa (Lohengrin), Senta (Der fliegende Holländer), Elisabeth (Tannhäuser), Micaëla (Carmen), Agathe (Freischütz), Pamina (Die Zauberflöte), Desdemona (Otello), Mimì (La Bohème) oder Rosalinde (Die Fledermaus). 1935 zog sich V.-E. von der Bühne zurück und widmete sich wieder der Vortragstätigkeit (darunter in Wien, Hamburg/D, Stuttgart/D, Karlsruhe/D, Reutlingen/D, Saarbrücken). Daneben trat sie in Konzerten auf. V.-E. war seit 1935 mit dem Volkswirt Alwin Eich verheiratet.

Schriften

  • Das Oratorium in Wien von 1725 bis zum Tode Karls VI. 1740, Diss. Wien 1926
  • Zur Gesch. des Oratoriums in Wien von 1725 bis 1740, 1927
  • Joseph Haas zu seinem 75. Geburtstag in Die Kulturgemeinde 3 (1954)
  • Aus dem Liedschaffen von Joseph Haas in Mitteilungsbl. d. J. Haas-Ges. 26 (1954)
  • Studien zu Liedern von Haas-Schülerinnen in Mitteilungsbl. d. J. Haas-Ges. 31 (1959)
  • Tobias Wunderlich – Eine Betrachtung in Mitteilungsbl. d. J. Haas-Ges. 33 (1961)
  • Zum zeitgenössischen Liedschaffen der Frau im deutschen Sprachraum in Mitteilungsbl. d. J. Haas-Ges. 34 (1962)

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Meike Wilfing-Albrecht

Letzte inhaltliche Änderung

4.9.2024

Empfohlene Zitierweise

Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Vogl-Eich (Vogel, Eich-Vogl, geb. Vogl), Hertha (Herta)“ (4.9.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003c19b7 (abgerufen am )

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