Urgroßvater Josef V. und Großvater Franz V. (* 25.8.1778 Ebensee, † 18.3.1814 Ebensee) waren Lehrer in Ebensee gewesen, V. selbst erhielt Violinunterricht vom Ebenseeer Schullehrer Franz Steininger und arbeitete zunächst ab 1858 als Schreiber in der Saline Bad Ischl. Ab 1860 gab er nebenbei Klavierunterricht, später übernahm er das Organistenamt an der Ischler Pfarrkirche. Ca. 1870 erfolgte seine Übersiedelung nach Wien, wo er u. a. Organist an St. Augustin (Wien I) sowie an der Altlerchenfelder Kirche (Wien VII) war und A. Bruckners privater Theorieschüler wurde (1876–88); das größtenteils erhaltene Unterrichtsmaterial stellt eine wertvolle Quelle für Bruckners Tätigkeit als Lehrer dar. 1890–1906 unterrichtete V. – jahrzehntelang enger Vertrauter Bruckners – in dessen Nachfolge Orgel am Konservatorium der GdM (Prof. 1894). Seine Kammer- und Kirchenmusik wurde häufig aufgeführt, gefördert v. a. durch J. Hellmesberger d. Ä. und J. Epstein. Zu V.s Schülern zählten M. Hubad, R. Knarr, C. Lafite, R. Pensch und K. Wiesmann.
Ehrungen
- Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone
- K. k. Prof. 1906
- weitere österr. Orden
Werke
124 Opusnummern; 2 Oratorien (Christus am Ölberg 1871, Das Weltgericht 1894), 3 Messen (Große Messe in f-Moll), 1 Dt. Hochamt f. Kinder, kleinere Kirchenmusik, Symphonie f-Moll 1902, Ouvertüren f. Orch., Konzert f. Org. u. Orch., Klaviermusik, Kammermusik (Lieder ohne Worte f. V. u. Kl., Klavierquartett, Klavierquintett), Orgelmusik, Lieder.
Literatur
- N. Tschulik in BrucknerJb 1989/90 [mit WV]
- BrucknerH 1996 [Foto]
- E. Schenk/G. Gruber in O. Wessely (Hg.), Bruckner-Studien 1975
- E. Maier, Verborgene Persönlichkeit. Anton Bruckner in seinen privaten Aufzeichnungen 2001, 644f
- F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996
- Eisenberg 1893
- Kosel 1902
- F-A 1936
- Erhart 1998 [Knarr, Pensch, Wiesmann]
- Taufen-Duplikate 1842 der Pfarre Ebensee
Autor
- Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
22.8.2017Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Vockner, Josef Franz Ignaz“ (22.8.2017), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0013029e (abgerufen am )
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