Tuma (Thuma, Tumma), August

* 31.1.1826 Böhmisch Kamnitz/Böhmen (Česká Kamenice/CZ), † 22.7.1885 Hetzendorf/NÖ (Wien XII)

Organist, Komponist, Musikpädagoge

Der Sohn eines Forstkontrollors erlernte nach eigenen Angaben in seiner Jugendzeit Violine sowie Klavier und war ab ca. 1844 Orgelschüler von Franz Seidel in Kreibitz (Chřibská/CZ). Gleichzeitig betrieb T. auch musiktheoretische Studien. Ab 1853 ist er als Organist an St. Karl nachweisbar, spätestens ab 1855 unterrichtete er Gesang, Harmonielehre und Orgel an der Lehrerbildungsanstalt des k. k. Waisenhauses in Wien. 1860/61 fungierte T. in der Nachfolge von J. Ruprecht als provisorischer Chorregent an St. Karl. 1862, bei seiner Verehelichung mit der Lehrerstochter Franziska Skach (* 25.5.1830 Chlum/Böhmen [Ort nicht eindeutig identifizierbar/CZ]; sie wirkte 1861 auch bei einer Soirée T.s mit), war er Musiklehrer im fürsterzbischöflichen Knabenseminar und Inhaber einer öffentlichen Gesangschule, die seit 1861 bestand (zunächst in Wieden [Wien IV], später in der Josefstadt [Wien VIII]). Bis 1871 unterrichtete T. auch Gesang am k. k. Real- und Obergymnasium auf der Landstraße (Wien III), 1872–85 war er in gleicher Eigenschaft am k. k. Maximiliangymnasium (Wien IX) tätig, wo er spätestens ab 1874 auch den Kirchengesang bei den Gottesdiensten leitete. 1875 übernahm er eine der beiden Kassier-Stellen im neu gegründeten Verein der Wiener Musiklehrer und -lehrerinnen (Obmann: J. Gyra). In seinen Schriften setzte sich T. v. a. für die Hebung der kirchenmusikalischen Ausbildung der Lehrer sowie für die Verbesserung der Klaviaturen und des Musikunterrichts ein. Er starb als „Musikinstituts-Inhaber“, zu seinen Schülern zählte A. Schmidt.

Ehrungen

  • Anerkennungsdekret 1856

Werke

11 Jugendmessen (ungedruckt), Messe Nr. 1 (1860 bei Spina), Kantate für Kinderstimmen und Kl. Das Vaterhaus 1855 (s. Abb.), Singübungen f. 2–3 Stimmen (Wessely 1862), Duette f. SA und Kl. (Spina 1863), kleinere Kirchenmusik (Offertorien, Kirchenarien für eine Singstimme und Org. [Spina 1863]), Orgelwerke (Präludium und Fuge; 25 Übungsstücke für angehende Organisten, zum Gebrauch beim 1. Unterricht im Orgelspiel in Schullehrer- und Organistenbildungsanstalten [Glöggl ca. 1855]); Gesang-Schule f. Sopran- und Altstimmen (Glöggl ca. 1855), Praktischer Elementar Gesangskurs o. J. (2. vermehrte Aufl. 1874).

Schriften

  • zahlreiche Artikel und Rezensionen in Der österreichische Schulbote, in der Neuen Wr. Musik-Ztg., in der Dt. Musik-Ztg. und in der AmZ.

Literatur

  • Wurzbach 48 (1883)
  • EitnerQ 9 (1903)
  • F. Huber, Lehrer-Schema 1863, 37
  • TMA 4 (1968), 13
  • Der österr. Schulbote 1853, 405, 1855, 154, 1859, 362
  • Neue Wr. Musik-Ztg. 3.11.1853, 181, 7.2.1856, 34, 5.2.1857, 24
  • Dt. Musik-Ztg. 31.3.1860, 105, 4.8.1860, 256, 29.3.1862, 104
  • Neues Fremden-Bl. 1.6.1875, 3
  • Die Presse 28.12.1875, 9
  • AmZ 1873, 718, 1875, 211, 227, 360, 372, 571, 1876, 97, 115, 132, 161, 273, 433, 550, 564, 582, 707, 723, 802, 819, 1878, 535, 565, 598, 664, 680, 726
  • Das Vaterland 25.7.1885, 4
  • Programm des k. k. Real- und Obergymnasiums im IX. Gemeindebezirke in Wien für das Schuljahr 1871/72, 1872, 84
  • Jahresbericht des k. k. Staatsgymnasiums im IX. Bezirke in Wien für das Schuljahr 1885/86, 1886, 27
  • Trauungsbuch 1859–62 der Pfarre Wieden (Wien IV), fol. 288
  • Sterbebuch 1860–86 der Pfarre Hetzendorf (Wien XII), fol. 171
  • eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Der österreichische Schulbote)

Abbildungen

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

30.11.2022

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Tuma (Thuma, Tumma), August“ (30.11.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003ddaa4 (abgerufen am )

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