Tricarico, Giuseppe

* 25.6.1623 Gallipoli bei Lecce/I, † 14.11.1697 Gallipoli

Komponist, Lehrer

Erste Musikausbildung in Neapel. In den 1640er und frühen 1650er Jahren lebte er in Rom, wo er sich an musikalischen Akademien beteiligte. 1654 wurde er Kapellmeister der Accademia dello Spirito Santo in Ferrara/I, 1657–62 Kapellmeister der Kaiserinwitwe Eleonora (II.). In deren Kapelle war bis 1662 auch sein Bruder Antonio (?–?), der sich 1656 vergeblich um Aufnahme in die Wiener Hofkapelle bemüht hatte, als Violinist engagiert. Sein restliches Leben verbrachte T. in seinem Geburtsort, wo er als Lehrer wirkte. Er zählt neben G. F. Sances u. a. zu jenen Komponisten, die römische Stilelemente an den Wiener Hof brachten. Sein Sohn war möglicherweise der Sänger (Alt/Sopran-Kastrat) Nicolò T. († nach 1721 [Ort?]).

Werke

[z. T. verschollen]: Opern (L’Endimione, La Virtù guerriera [T: Aurelio Aureli, UA Wien 1659], L’Almonte [T: A. Draghi, UA Wien 1661], La generosità d’Alessandro [T: F. Sbarra, UA Wien 1662], L’Endimirio); Oratorien u. Sepolcri (La gara della Misericordia e Giustizia di Dio T: Camillo Scorano, UA Wien 1661], La fede trionfante [T: A. Draghi, UA Wien 1662], Adamo ed Eva [UA Wien 1662]); Kirchenmusik (Concentus ecclesiastici liber quartus [Rom 1649], Messe, Motetten); Madrigale, Arien, Kantaten.

Literatur

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Tricarico, Giuseppe“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00025502 (abgerufen am )

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