Theessink, Hans

* 5.4.1948 Enschede/NL

Blues- und Folkmusiker (Gesang, Gitarre, Mandoline, Banjo, Mundharmonika)

Angeregt durch Radiosendungen über den Blues, brachte sich Th. autodidaktisch die entsprechenden Spieltechniken (z. B. Fingerpicking, Slide) auf der Gitarre bei und spielte in den 1960er Jahren in diversen Skiffle Groups und als Straßenmusiker. 1970 Übersiedlung nach Dänemark, Tätigkeit als Lehrer und Musiker, seit 1970 Aufnahme von Tonträgern, beginnende Tourneetätigkeit. Bei einem Konzert in Wien lernte Th. 1979 seine heutige (2011) Ehefrau und Managerin Milica Djokic kennen, 1982 Übersiedlung nach Wien.

Th. interpretiert sowohl klassische Blues- und Folksongs als auch eigene Kompositionen. Anfangs hauptsächlich Solist, seit 1986 regelmäßige Zusammenarbeit mit J. Sass im Duo und mit dem Quartett Blue Groove (mit Dorette Carter, voc, und Ali Thelfa, voc, perc), daneben mit zahlreichen Musikern u. a. aus den USA, v. a. Terry Evans (voc), und den Vokal-Ensembles Insingizi Emnyama (Zimbabwe) und Linda Tillery & The Cultural Heritage Choir (Kalifornien/USA) sowie im Trio mit den österreichischen Gitarristen P. Ratzenbeck und Michael Langer als RTL 3. Seit 2000 mit der H. Th. Band (mit Harry Stampfer, dr, Erich Buchebner, b, Roland Guggenbichler, keyb und Insingizi). Zahlreiche LP- und CD-Einspielungen, umfangreiche Konzertaktivitäten in Europa und (seit 1980) in den USA (u. a. regelmäßige Einladungen zu den wichtigsten nordamerikanischen Blues-, Jazz- und Folkfestivals), Lehrbuch und Lehrvideo für Blues-Gitarrentechnik. Daneben auch Schauspieler (Der See, Regie: Thomas Roth 1996, Crazy Moon, Regie: Peter Patzak 1997). Th., der überwiegend akustische Instrumente verwendet und bei seinen Aufnahmen auf digitale Effekte verzichtet, gilt mit seinem durch Elemente verschiedener musikalischer „Roots“-Traditionen – darunter Folk, New Orleans-Jazz, Gospel, Cajun, Soul und afrikanische Musik – angereicherten persönlichen Stil weltweit als einer der bedeutendsten stilistischen Erneuerer des akustischen Country-Blues und ist der einzige heimische Blues-Musiker, der ein breiteres Publikum erreicht.

Ehrungen

  • u. a. Goldener Rathausmann der Stadt Wien 2001
  • Amadeus Austrian Music Award f. das beste Album in der Sparte „Jazz/Folk/Blues“ 2004 (für Songs From the Southland)
  • Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2011

Werke

Baby Want’s To Boogie 1987; Call Me 1992; Live 1993; Songs From the Southland 2003; Bridges 2004; Hooked On The Blues. Dynamic Guitar Techniques Taught by H. Th. 1994 [Video].

Schriften

Literatur

  • Live in Concert – A Blues & Roots Revue 2005 [DVD m. Interview]
  • Blues Life 17 (1982) u. 65 (1994)
  • Lang 1996
  • A. Melhardt, Swing that Music 2002
  • www.theessink.com/ (12/2006)

Autor

  • Peter Stachel

Letzte inhaltliche Änderung

15.1.2007

Empfohlene Zitierweise

Peter Stachel, Art. „Theessink, Hans“ (15.1.2007), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e474 (abgerufen am )

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