Teufelsgeige

Volkstümliches Unterhaltungsinstrument (auch Bumbass oder Saugeige genannt)

An einem Stab ist mittels einer gespannten Saite eine Schweinsblase, oft auch eine Blechdose, angebracht, die geschlagen wird. Verbesserte Modelle haben statt der Schweinsblase eine Trommel und sind mit Tschinellen, Glöckchen und anderen Klangwerkzeugen behängt. Am oberen Ende des Stabes sitzt oftmals ein geschnitzter (Teufels-)Kopf. Das Instrument wird zur Begleitung, heute meist einer Harmonika, verwendet. Im Rhythmus wird der Stab gegen den Boden gestoßen, die anderen Klanggeräte werden mit einem Schlägel (oder Kochlöffel) geschlagen, die Saite kann angestrichen oder angerissen werden. Laut Curt Sachs ist der Bumbass als „primitiver Einsaiter wandernder Bettelmusikanten“ seit dem 17. Jh. in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, England und Island nachzuweisen. In Österreich dient die T. heute für scherzhafte Einlagen bei Familienfesten, Wirtshausunterhaltungen und Hüttenabenden und wird auch gerne Gästen zum spontanen Mitmachen in die Hand gedrückt. Zahlreiche T.n-Erzeuger bieten ihre Produkte über das Internet an.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Gerlinde Haid

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Gerlinde Haid, Art. „Teufelsgeige“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e460 (abgerufen am )

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