Uneheliche Tochter des serbischen Adeligen Petar v. Stojković und Joanna Buchler. Sie lebte bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Prag und Wien. Klavierunterricht erhielt sie zunächst von A. Dreyschock, später von F. Liszt. Ihre musikalische Ausbildung setzte sie in Mailand fort, wo sie zwei Jahre lang Gesang studierte. Ab 1872 konzertierte sie in zahlreichen Städten Serbiens (u. a. Belgrad) sowie der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (u. a. Pressburg, Budapest, Graz, Wien, Triest, Fiume [Rijeka/HR], Agram, Neusatz [Novi Sad], Semlin bei Belgrad [Zemun/SRB], Pantschowa [Pančevo/SRB], Werschetz, Banat/Ungarn [Vršac/SRB], Großbetschkerek [Veliki Bečkerek/SRB], Sombor/SRB, Maria-Theresiopel [Subotica/SRB]), ebenso in England, Frankreich, Dänemark und Russland. 1878 heiratete sie den Anwalt und Journalisten Branko Jovanović, mit dem sie jedoch nicht lange verheiratet blieb. Ende 1879 ließ sie sich in Belgrad nieder, wo sie als Pianistin und private Musikpädagogin tätig war. Ihren letzten öffentlichen Auftritt in Serbien hatte sie am 15.4.1881. Danach finden sich in der serbischen Presse keine weiteren Hinweise auf ihre künstlerische Tätigkeit. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte St. in Paris. Bei einem dortigen Konzert, bei dem sie ausschließlich Werke slawischer Komponisten sowie eigene Kompositionen aufführte, wurde sie von der französischen Presse als „eine brillante Pianistin serbischer Herkunft“ beschrieben. Zeitgenössischen Presseberichten zufolge galt St. als wahre Virtuosin des Klavierspiels. Besonders hervorgehoben wurden ihre Fingerfertigkeit, die außergewöhnliche Beweglichkeit der linken Hand, ihr ausgezeichnetes Gedächtnis (sie spielte stets auswendig), die Klangreinheit sowie ihre differenzierte dynamische Gestaltung. In ihrem Repertoire finden sich Werke von L. v. Beethoven, R. Schumann, F. Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, F. Chopin, A. Dreyschock und A. Rubinstein sowie eigene Kompositionen. Ihre Salonstücke für Klavier – darunter Fantasien, Variationen und Bearbeitungen serbischer Volksmelodien – gelten heute als verschollen. Häufig führte sie auch Werke von K. Stanković auf. Mit dem Violinisten Dragomir Krančević (1847–1929) trat sie erfolgreich im Duo auf. Als Konzertsängerin interpretierte sie Arien von G. F. Händel, G. B. Pergolesi, Ch. W. Gluck sowie Lieder von Aksentije Maksimović, Davorin Jenko und Vatroslav Lisinski.
Werke
Salonmusik f. Kl. (Varijacije na srpsku himnu za levu ruku [Variationen über die serbische Hymne für die linke Hand], Fantazija na srpske teme [Fantasie über serbische Themen], Ruska fantazija [Russische Fantasie], Varijacije na Svatovac [Variationen über (das Hochzeitslied) „Svatovac“], Šareno nišavsko kolo [Buntes Nišava-Kolo]), alle verschollen.
Literatur
- Le Ménestrel 3, 18.1.1891, 20f
- Stražilovo 13, 29.3.1892, 208
- St. Đurić-Klajn in Muzika i muzičari: izbor članaka i studija 1956
- A. Vasić in Temišvarski zbornik 3, 2002
- M. Kokanović Marković in K.-P. Koch/H. Loos (Hgg.), [Kgr.ber.] Beethoven-Rezeption in Mittel- und Osteuropa 2014
- R. Buljančević in Zbornik Matice srpske za scenske umetnosti i muziku 67, 2022
- Grazer Ztg. 27.3.1872, [15]
- Vereinigte Laibacher Ztg. 22.4.1872, 649, 25.4.1872, 669
Abbildungen
Autorin
- Marijana Kokanović Marković
Letzte inhaltliche Änderung
26.11.2025Empfohlene Zitierweise
Marijana Kokanović Marković, Art. „Stojković (gesch. Jovanović), Jovanka (Janka, eig. Irene Joanna Ludovica)“ (26.11.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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