Stojković (gesch. Jovanović), Jovanka (Janka, eig. Irene Joanna Ludovica)

* 5.3.1852 Temeswar (Timișoara/RO), † 14./16.3.1892 Paris

Pianistin, Konzertsängerin, Komponistin und Musikpädagogin

Uneheliche Tochter des serbischen Adeligen Petar v. Stojković und Joanna Buchler. Sie lebte bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Prag und Wien. Klavierunterricht erhielt sie zunächst von A. Dreyschock, später von F. Liszt. Ihre musikalische Ausbildung setzte sie in Mailand fort, wo sie zwei Jahre lang Gesang studierte. Ab 1872 konzertierte sie in zahlreichen Städten Serbiens (u. a. Belgrad) sowie der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (u. a. Pressburg, Budapest, Graz, Wien, Triest, Fiume [Rijeka/HR], Agram, Neusatz [Novi Sad], Semlin bei Belgrad [Zemun/SRB], Pantschowa [Pančevo/SRB], Werschetz, Banat/Ungarn [Vršac/SRB], Großbetschkerek [Veliki Bečkerek/SRB], Sombor/SRB, Maria-Theresiopel [Subotica/SRB]), ebenso in England, Frankreich, Dänemark und Russland. 1878 heiratete sie den Anwalt und Journalisten Branko Jovanović, mit dem sie jedoch nicht lange verheiratet blieb. Ende 1879 ließ sie sich in Belgrad nieder, wo sie als Pianistin und private Musikpädagogin tätig war. Ihren letzten öffentlichen Auftritt in Serbien hatte sie am 15.4.1881. Danach finden sich in der serbischen Presse keine weiteren Hinweise auf ihre künstlerische Tätigkeit. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte St. in Paris. Bei einem dortigen Konzert, bei dem sie ausschließlich Werke slawischer Komponisten sowie eigene Kompositionen aufführte, wurde sie von der französischen Presse als „eine brillante Pianistin serbischer Herkunft“ beschrieben. Zeitgenössischen Presseberichten zufolge galt St. als wahre Virtuosin des Klavierspiels. Besonders hervorgehoben wurden ihre Fingerfertigkeit, die außergewöhnliche Beweglichkeit der linken Hand, ihr ausgezeichnetes Gedächtnis (sie spielte stets auswendig), die Klangreinheit sowie ihre differenzierte dynamische Gestaltung. In ihrem Repertoire finden sich Werke von L. v. Beethoven, R. Schumann, F. Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, F. Chopin, A. Dreyschock und A. Rubinstein sowie eigene Kompositionen. Ihre Salonstücke für Klavier – darunter Fantasien, Variationen und Bearbeitungen serbischer Volksmelodien – gelten heute als verschollen. Häufig führte sie auch Werke von K. Stanković auf. Mit dem Violinisten Dragomir Krančević (1847–1929) trat sie erfolgreich im Duo auf. Als Konzertsängerin interpretierte sie Arien von G. F. Händel, G. B. Pergolesi, Ch. W. Gluck sowie Lieder von Aksentije Maksimović, Davorin Jenko und Vatroslav Lisinski.

Werke

Salonmusik f. Kl. (Varijacije na srpsku himnu za levu ruku [Variationen über die serbische Hymne für die linke Hand], Fantazija na srpske teme [Fantasie über serbische Themen], Ruska fantazija [Russische Fantasie], Varijacije na Svatovac [Variationen über (das Hochzeitslied) „Svatovac“], Šareno nišavsko kolo [Buntes Nišava-Kolo]), alle verschollen.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Marijana Kokanović Marković

Letzte inhaltliche Änderung

26.11.2025

Empfohlene Zitierweise

Marijana Kokanović Marković, Art. „Stojković (gesch. Jovanović), Jovanka (Janka, eig. Irene Joanna Ludovica)“ (26.11.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.