Der Sohn eines Sattlermeisters dürfte in einem musikalischen Umfeld aufgewachsen sein, seine Mutter Maria, geb. Pleyle († 1870 [Ort?]) sang ihm zahlreiche Lieder vor, die er später notierte. Nach dem Besuch der Haupt- und Realschule Warasdin (Varaždin/HR) und der Oberrealschule in Graz (Matura 1873) studierte er 1873/74 an der Technischen HSch. Graz Maschinenbau. 1875/76 als Einjährig-Freiwilliger Militärdienst (Reserveoffiziersprüfung). 1876/77 Studium an der Lehrerbildungsanstalt (Reifeprüfung 1877, 1879 Lehrbefähigungsprüfung, 1881 Fachprüfung für Bürgerschulen). Danach Tätigkeit als Lehrer in Heiligenkreuz am Waasen/St und Großklein/St, ab 1878 Lehrer, 1905–18 auch Direktor an verschiedenen Grazer Volks- und Bürgerschulen für Knaben. St. gehörte nach 1890 zum Kreis um M. Plüddemann und bemühte sich um die Verbreitung von dessen Balladen. Darüber hinaus machte er sich um das steirische Volkslied verdient, sammelte zumindest bis 1912 Volkslieder, die er erstmals 1884 als Steirerlieder publizierte. Spätestens 1906 war St. Mitglied des Arbeitsausschusses zur Sammlung und Herausgabe des deutschen Volksliedes in der Steiermark. In dieser Eigenschaft leitete er seine Transkriptionen an J. Pommer weiter, der einige davon in der Zeitschrift Das deutsche Volkslied veröffentlichte. St., der sich jahrelang aktiv in der Grazer Turnerschaft betätigte und auch als Grazer Gemeinderat tätig war, starb während einer Wanderung auf dem Schöckl.
Ehrungen
- Ehrenmitglied des Grazer Männergesangvereins, des MGV Gleisdorf, der Grazer Turnerschaft
Schriften
- Steirerlieder 1884 (mehrere Auflagen)
- Steirische Volkslieder für Männerchor 1894
Literatur
- Ch. Egger in H. Brenner et al. (Hg.), LiedSammlerVolk. Volksliedsammler und -sammlerinnen in der Steiermark, 2016
- StMl 1962–66 u. 22009
- W. Suppan in Neue Chronik zur Gesch. u. Volkskunde der innerösterr. Alpenländer 56 (1960)
- [Kat.] Musik i. d. St. 1980
- Grazer Tagbl. 9.9.1918, 2
- Taufbuch der Pfarre Arnfels 1851–81, fol. 52
- Sterbebuch der Pfarre St. Radegund am Schöckl 1883–1938, fol. 243
Autorinnen
- Monika Kornberger
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
21.2.2020Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Monika Kornberger, Art. „Stöckl, Franz“ (21.2.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00107571 (abgerufen am )
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