Sterl, Alois Josef

* 25.3.1888 Simmering (Wien XI), † 10.4.1966 Wien

Dirigent, Militär- und Berufsmusiker (Flügelhorn), Manager

Sohn eines böhmischen Tischlers und dessen aus Mähren stammender Ehefrau. Angaben zur musikalischen Ausbildung fehlen. 1908 freiwillig assentiert und eingereiht beim ungarischen IR Nr. 12 („Parmann“) in Komorn (Komárom/HU). 1911 Überstellung zum Wiener IR Nr. 4 und im Ersten Weltkrieg Mitglied der Deutschmeisterkapelle (vermutlich bei der Kapelle des Ersatzbataillons in Wien) unter W. Wacek und Regimentstambour M. Geissler, währenddessen mehrere Beförderungen bis zum tit. Feldwebel. Nach Entlassung aus der Armee mit Ende Februar 1919 Gründung und Leitung einer Deutschmeisterkapelle (Streich- und Blechbesetzung nachweisbar, s. Abb.), später unter der musikalischen Leitung des letzten Deutschmeister-Regimentstambours J. Klugmayer (s. Abb.). Mit dieser Deutschmeisterkapelle, die nicht mit der unter dem ehemaligen Kapellmeister Wacek und dessen Nachfolger Jul. Herrmann zu verwechseln ist, rege Konzerttätigkeit in den 1920ern und 1930ern als Musiker und Manager im In- und verstärkt im Ausland (u. a. in Deutschland, den Niederlanden und den skandinavischen Ländern). Gemeinsame Auftritte mit Josephine Baker in der Revue Wien, Wien – Oh Josephin, die 1928 durch Skandinavien führte. Musikalische Mitwirkung der Deutschmeisterkapelle in Stockholm bei einem Fußball-Länderspiel Österreich-Schweden (29.7.1928). Nach Klugmayers Tod 1931–38/39 Weiterführung der Deutschmeisterkapelle als musikalischer Leiter. U. a. im Februar/März 1938 Mitwirkung bei der Ronacher-Revue Die gute alte Zeit. Im Mai 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich Mitwirkung als Tambourmajor seiner Deutschmeisterkapelle in k. u. k. Deutschmeister-Uniform bei der Berliner Revue Alles fürs Herz in der Scala in Berlin. Im Sommer 1938 Konzerttätigkeit in Deutschland (Hamburg, Düsseldorf, Leipzig) und im Juli 1938 Schallplattenaufnahmen von sechs Märschen für Imperial unter dem Namen „Mitglieder der ehem. Regimentsmusik des K. u. K. Infanterie-Regiments Hoch- und Deutschmeister No. 4. Leitung: Alois Sterl“ (s. Abb.). Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs versiegen die Quellen, nach 1945 ist St. fotografisch als Kapellmeister einer unbekannten Wiener Blaskapelle in Uniform nachweisbar. Aus seiner am 6.2.1912 in Znaim geschlossenen Ehe mit Franziska Saleta entstammten die beiden Töchter Helene und Franziska. St. war Mitglied der Kapellmeister-Union Österreichs und Besitzer des Kapellmeisterberechtigungs-Scheins des Magistrats der Stadt Wien.

Werke

Schallplattenaufnahmen.

Literatur

  • R. Sulz, Hoch- und Deutschmeisterkapelle(n) von 1918 bis 1945, Dipl.arb. Wien 2018
  • Neues Wr. Journal 23.4.1932, 12
  • Tages-Post 5.9.1932, 7
  • Neues Wiener-Tagbl. 27.2.1938, 12
  • Das kleine Bl. 5.3.1938, 9
  • (Linzer) Tages-Post 21.6.1928, 14
  • Salzburger Chronik 19.6.1928, 7
  • Düsseldorfer Nachrichten 18.6.1938, 26.6.1938
  • Hamburger Fremdenbl. 4.7.1938, 8, (Abend-Ausgabe) 14.7.1938, 5
  • Neue Leipziger Ztg. 2.8.1938, 4.8.1938, 6.8.1938
  • Taufbuch der Pfarre Altsimmering 1887–89, fol. 99
  • WStLA, Konskriptionsamt Wien, Kopfzettel der Gemusterten 1.1.8.A14.200 – Steinbach–Wölfl | 1888: Alois Sterl
  • ÖStA, Kriegsarchiv, Grundbuchblatt OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien 1888 1206 St. A.
  • Nachlass A. St. (Archiv-Bestand: Original Hoch- und Deutschmeister, liegend bei R. Sulz)
  • www.friedhoefewien.at (1/2026)
  • eigene Recherchen
  • Mitt. der Enkelin Hildegard Schopf (5/2025)

Abbildungen

Autor

  • Raimund Sulz

Letzte inhaltliche Änderung

9.4.2026

Empfohlene Zitierweise

Raimund Sulz, Art. „Sterl, Alois Josef“ (9.4.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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