Sohn des Arztes und späteren Psychiaters und Psychoanalytikers Wilhelm St. (* 18.3.1868 Bojan, † 25.6.1940 London [Freitod]) und dessen Frau Malvine, geb. Nelken (* 5.1.1873 Wien, † begr. 24.1.1943 Paris), einer Schauspielerin. Seine ältere Schwester Gertrude Elise (* 18.9.1895 Wien, † 1981) heiratete 1919 Fritz Zuckerkandl, Sohn von B. Zuckerkandl. Sein Vater hatte Violine und Klavier gelernt und pflegte regelmäßig Hausmusikabende (mitunter mit A. Schönberg als Cellist). Er komponierte Kinderlieder für seinen Sohn und den Neffen seiner Frau H. Wohlmuth, mit dem sein Sohn musizierte. 1911–15 studierte er Geige bei F. Ondříček, Dirigieren bei R. Konta und Komposition bei C. Horn am Neuen Wiener Konservatorium, daneben Klavierunterricht bei R. Robert, 1915/16 Studien an der Wiener MAkad. (u. a. bei F. Schreker und K. Prohaska). Nach dem Ersten Weltkrieg war er 1919–21 Bratschist im Wiener Staatsopernorchester, danach Dirigent in Lübeck/D, Prag, 1925/26 an der Volksoper Wien, 1927/28 Assistenzdirigent an der Wiener Staatsoper.1928–30 Dirigent im damals französischen Saarbrücken (heute D), danach emigrierte er nach Frankreich (Exil), dirigierte in Paris, Marseille, Bordeaux und Algier, später in der UdSSR, in Wien, Prag und Paris (Gründung des Amati-Quartetts). Nach vorübergehender Internierung 1939/40 gab er 1945–47 Konzerte in Algier. 1947–51 gründete und leitete St. die MHsch. Saarbrücken, 1951–70 war er Direktor des Konservatoriums Grenoble, wo er auch ein Symphonieorchester ins Leben rief.
Ehrungen
- Ritter der Ehrenlegion 1954
Werke
Oper Weiße Nächte 1929–31 (UA 1936); Oratorien (Détresse et Espérance); Werke f. Orch. (4 Symphonien, Konzerte); Kammermusik; Lieder. – Nachlass: WStLB, Musikslg.
Schriften
- Über Bach 1973
- Souvenirs de la vie lyrique à Vienne 1975
Literatur
- P. Barrère, E.-P. St. dirige un orchestre symphonique (1952–1969), 1998
- P. Barrère, E.-P. St. Portrait d’un chef d’orchestre entre 1898 et 1939,Diss. Lyon 1995
- Orpheus im Exil 1995
- [Kat.] Die Vertreibung des Geistigen aus Öst. 1985
- MGG 12 (1965)
- Riemann 1961 u. 1975
- DBEM 2003
- F-A 2 (1978)
- www.lexm.uni-hamburg.de (7/2023)
- https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Stekel (7/2023)
- www.myheritage.at (7/2023)
- Geburtsbuch der IKG Wien 1898, RZ 1559
- Trauungsbuch der IKG Wien 1894–95, RZ 302/81
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Stekel, Erich Paul (Erik-Paul, Éric-Paul)“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e367 (abgerufen am )
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