Stekel, Erich Paul (Erik-Paul, Éric-Paul)

* 27.6.1898 Wien, † 11.2.1978 Grenoble/F

Dirigent, Komponist

Sohn des Arztes und späteren Psychiaters und Psychoanalytikers Wilhelm St. (* 18.3.1868 Bojan, † 25.6.1940 London [Freitod]) und dessen Frau Malvine, geb. Nelken (* 5.1.1873 Wien, † begr. 24.1.1943 Paris), einer Schauspielerin. Seine ältere Schwester Gertrude Elise (* 18.9.1895 Wien, † 1981) heiratete 1919 Fritz Zuckerkandl, Sohn von B. Zuckerkandl. Sein Vater hatte Violine und Klavier gelernt und pflegte regelmäßig Hausmusikabende (mitunter mit A. Schönberg als Cellist). Er komponierte Kinderlieder für seinen Sohn und den Neffen seiner Frau H. Wohlmuth, mit dem sein Sohn musizierte. 1911–15 studierte er Geige bei F. Ondříček, Dirigieren bei R. Konta und Komposition bei C. Horn am Neuen Wiener Konservatorium, daneben Klavierunterricht bei R. Robert, 1915/16 Studien an der Wiener MAkad. (u. a. bei F. Schreker und K. Prohaska). Nach dem Ersten Weltkrieg war er 1919–21 Bratschist im Wiener Staatsopernorchester, danach Dirigent in Lübeck/D, Prag, 1925/26 an der Volksoper Wien, 1927/28 Assistenzdirigent an der Wiener Staatsoper.1928–30 Dirigent im damals französischen Saarbrücken (heute D), danach emigrierte er nach Frankreich (Exil), dirigierte in Paris, Marseille, Bordeaux und Algier, später in der UdSSR, in Wien, Prag und Paris (Gründung des Amati-Quartetts). Nach vorübergehender Internierung 1939/40 gab er 1945–47 Konzerte in Algier. 1947–51 gründete und leitete St. die MHsch. Saarbrücken, 1951–70 war er Direktor des Konservatoriums Grenoble, wo er auch ein Symphonieorchester ins Leben rief.

Ehrungen

  • Ritter der Ehrenlegion 1954

Werke

Oper Weiße Nächte 1929–31 (UA 1936); Oratorien (Détresse et Espérance); Werke f. Orch. (4 Symphonien, Konzerte); Kammermusik; Lieder. – Nachlass: WStLB, Musikslg.

Schriften

  • Über Bach 1973
  • Souvenirs de la vie lyrique à Vienne 1975

Literatur

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Stekel, Erich Paul (Erik-Paul, Éric-Paul)“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e367 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.