Studierte 1905–09 Musikwissenschaft an der Univ. Wien und 1906–10 Musik bei A. Schönberg (zusammen mit A. v. Webern und dem befreundeten Alban Berg). Ab 1910 war er Korrepetitor und Theaterkapellmeister im Ausland in Aussig, Straßburg (Strasbourg/F), Danzig (Gdańsk/PL), Osnabrück/D, 1913/14 in Wien Konzertdirigent und nach dem Ersten Weltkrieg Kpm. in Darmstadt/D. Nach Wien zurückgekehrt, wirkte er 1920–22 in Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen mit, dirigierte ab 1921 europaweit den Pierrot Lunaire op. 21 und leitete 1930–34 den Gesangverein Freie Typographia (Arbeiter-Musikbewegung). Weiters war er 1924–38 bei der Universal Edition beschäftigt. Er publizierte 1924–29 in der von ihm gegründeten und redigierten Musikzeitschrift Pult und Taktstock. 1938 musste St. nach London emigrieren (Exil), wo er sich als Angestellter von Boosey & Hawkes nicht nur für die Wiener Schule, sondern auch für Benjamin Britten einsetzte. Er gab weiter Unterricht, war Mitbegründer der Zeitschrift Tempo und ab 1947 Direktor einer English Opera Group.
Werke
Lieder; Klaviermusik, Scherzo f. Streichquartett UA 1908; Bearbeitungen, Klavierauszüge. – Nachlass: ÖNB.
Schriften
- Praktischer Leitfaden zu Schönbergs „Harmonielehre“1923, 21951
- Orpheus in New Guises 1953 [Aufsatzslg.]
- Form and Performance 1962
- (Hg.), Schoenberg, Arnold 1958, engl. 1964
- Aufsätze
Literatur
- Th. Brezinka, E. St. 2005 [mit WV u. Schriftenverzeichnis]
- MGG 16 (1979)
- NGroveD 24 (2001)
- Riemann 1961 u. 1975
- Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983
- Orpheus im Exil 1995
- Kürschner 1954
- DBEM 2003
- F-A 1936 u. 2 (1978)
- ÖMZ 13 (1958), 401 [als Fritz St.]
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Stein, Erwin“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e35d (abgerufen am )
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