Steibelt, Daniel Gottlieb

* 22.10.1765 Berlin, † 20.9.1823 St. Petersburg/RUS

Komponist, Pianist

Sein Vater war Offizier und ab 1768 Klaviermacher. Der spätere Kg. Friedrich Wilhelm II. von Preußen ermöglichte St. ein Klavier- und Theoriestudium bei Johann Philipp Kirnberger. 1784 desertierte er von der Armee, um als Klaviervirtuose durch Deutschland (1788 München) und nach Paris zu reisen, wo er sich 1790 niederließ. 1796 musste er nach London flüchten, 1800 besuchte er während einer Europa-Tournee auch Wien, wo er (nach dem Bericht von F. Ries) in zwei Wettspielen mit L. v. Beethoven unterlag. Aufgrund der aus Wien mitgebrachten Partitur führte er J. Haydns Schöpfung (allerdings in entstellter Fassung) erstmals am 24.12.1800 in Paris auf. Nach einem weiteren Aufenthalt in London wirkte er ab 1809 in St. Petersburg als Klavierlehrer, Direktor der französischen Oper und Hofkapellmeister.

Werke

Opern (Roméo et Juliette 1793), Ballette (La belle laitière 1805); Klavierkonzerte u. a. Klaviermusik (Sonaten, Walzer, Etude etc.); Kammermusik mit Kl.; Lieder. – Méthode de pianoforte 1805.

Literatur

Abbildungen

Hörbeispiele

© 2002 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

25.6.2019

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Steibelt, Daniel Gottlieb“ (25.6.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e345 (abgerufen am )

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