Senn, Johann Chrysostomus (Pseud. Bombastus Bebederwa)

* 1.4.1795 Pfunds/T, † 30.9.1857 Innsbruck

Dichter

Der Sohn eines Landrichters und Tiroler Landesverteidigers besuchte 1807–15 das Akademische Gymnasium in Wien und war u. a. gemeinsam mit Fr. Schubert und J. v. Spaun Zögling des Wiener Stadtkonviktes. Danach lebte er vom Privatunterricht, studierte bis 1820 Philosophie, Jus sowie Medizin und war Erzieher von Baron Anton v. Doblhoff-Dier. S. bildete ab 1815 den Mittelpunkt eines Kreises gleich gesinnter Altersgenossen (u. a. Schubert, die Dichter Johann Mayrhofer und Ernst Frh. v. Feuchtersleben, der Maler L. Kupelwieser, Doblhoff-Dier), der die deutschen Klassiker las, sich mit dem damals in Österreich verbotenen deutschen Idealismus beschäftigte, in der restaurativen Phase nach dem Wiener Kongress Kritik am konservativen Regime C. W. L. Metternichs übte und sich für revolutionäre Ideen begeisterte. 1820 wurde er deshalb – in Anwesenheit u. a. von Schubert – verhaftet, kam für ein Jahr ins Gefängnis und wurde 1821 in seine Heimat Tirol abgeschoben, wo er acht Jahre Militärdienst leistete. Der Möglichkeit einer bürgerlichen Karriere beraubt, war er danach u. a. als Winkelschreiber in Innsbruck und Tagschreiber bei der Bezirksverwaltung tätig. Schubert vertonte S.s Gedichte Selige Welt (D 743) und Schwanengesang (D 744), die er 1823 im op. 23 veröffentlichte, das er indirekt S. widmete.

Werke

Gedichte (Der rothe Tiroler Adler); Kommentar zu Georg Wilhelm Friedrich Hegels Phänomenologie des Geistes.

Literatur

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Senn, Johann Chrysostomus (Pseud. Bombastus Bebederwa)“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e254 (abgerufen am )

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