Schmidhuber, Familie

Heimatforscher und Musiker

Josef (I): * 17.3.1847 Handenberg/OÖ, † 27.1.1913 Innsbruck. Lehrer, Heimatforscher, Sammler. Besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck und war zunächst 1867–69 als Supplent an der K. k. Hauptschule in Bozen und anschließend als Lehrer in Brixen und Hall tätig. 1875 wechselte er an die städtische Volksschule St. Nikolaus in Innsbruck, 1883 wurde er Schulleiter von Innsbruck-Dreiheiligen. Daneben gehörte Sch. dem Innsbrucker Stadtschulrat an und war Mitarbeiter der Zeitschrift für das österreichische Volksschulwesen. Er veröffentlichte verschiedene Arbeiten zur Heimatkunde (u. a. in der Tiroler Lehrer-Zeitung) und betätigte sich auch als Sammler von Volksliedern. Eine Betätigung als Kirchenmusiker ist nicht überliefert, jedoch anzunehmen.

Ehrungen

  • Volksschuldirektor 1905
  • Ehrenmitglied des Innsbrucker Lehrervereins.

Literatur

  • Tiroler Lehrer-Ztg. 10/2 (1913), 25
  • Das Vaterland 4.12.1905, 3
  • Innsbrucker Nachrichten 23.12.1905, 4
  • Taufbuch-Duplikat 1847 der Pfarre Handenberg
  • Mitt. Josef Wetzinger

Sein Sohn

Lorenz Richard: * 16.2.1875 Hall, † 20.7.1942 Innsbruck. Lehrer, Chorregent, Komponist. Besuchte 1890–95 das Lehrerseminar in Innsbruck, wo er musikalische Studien (Klavier, Orgel, Violine) bei Wenzel Franz Skop betrieb. Daneben weitere Ausbildung an der MSch. des Innsbrucker Musikvereins bei Karl Nußbaumer und J. Pembaur (I). Als Lehrer und Regens chori wirkte er 1895–1909 im Zillertal (Fügen, Hart, Schlitters), 1910–24 war er als städtischer Lehrer Organist und Chorregent an der Innsbrucker St. Nikolaus-Kirche und von 1925 bis wenigstens 1935 an der Innsbrucker Herz Jesu-Kirche.

Werke

3 Messen, Lieder, Oper Virginal (unaufgeführt).

Literatur

Dessen Sohn

Josef (II): * 30.10.1914 Innsbruck, † 18.1.1969 Innsbruck. Komponist. Studierte bei K. Koch und R. K. Kattnigg an der städtischen MSch. in Innsbruck. Ab 1934 wirkte in der Nachfolge von Franz Georg Marchel als Chordirektor im Stift Wilten, 1945–69 in gleicher Eigenschaft an der Innsbrucker Servitenkirche; dazwischen ab 1940 Kriegsdienst. Eng befreundet war der als Theorielehrer viel gefragte Sch. mit den Brüdern R. und S. Nessler.

Ehrungen

  • 1. Preis bei einem Liederwettbewerb in Wien 1951 (f. Klemens-Hofbauer-Lied [T: Luise Thurmaier-Mumelter, UA 25.11.1951 durch die Wiener Sängerknaben im Großen Musikvereinssaal])
  • 2. Preis zur Förderung künstlerischen Schaffens der Landeshauptstadt Innsbruck 1959 (f. Requiem in e-Moll)

Werke

Kirchenmusik (Messen, Requiem, Offertorien, Tantum ergo, Murmansk-Choral), Lieder, Orgelstücke, Tänze, Bläsermusik (Olympiafanfare für die Olympischen Winterspiele Innsbruck 1964).

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

25.6.2020

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Schmidhuber, Familie“ (25.6.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e108 (abgerufen am )

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