Studierte 1922–24 Biologie in Tübingen und Göttingen/D, 1924–27 Violine und Viola an der Staatlichen Akad. der Tonkunst in München/D sowie privat Musiktheorie und Dirigieren. Bratschist des Städtischen Symphonie-Orchesters in Düsseldorf/D. Ab 1927 studierte er – angeregt durch Vorlesungen Adolf Sandbergers, die er als Gasthörer an der Münchner Univ. besucht hatte – Musikwissenschaft in Freiburg i. Br./D (bei Willibald Gurlitt), Wien (bei W. Fischer, A. Orel, R. Lach, R. Haas) und Tübingen (bei Karl Hasse; Dr. 1929). Zunächst freischaffend als Dirigent und Musikwissenschaftler in Wien tätig, habilitierte er sich 1934 an der Univ. Graz, wo er 1933 die bedeutende private Musiksammlung von K. Franz II./I. entdeckt hatte. 1935–37 ao. Prof. und Univ.s-Musikdirektor an der Univ. in Tübingen, hier Gründer des Schwäbischen Landesmusikarchivs. Ab 1937 als Privatgelehrter tätig, lebte ab 1948 in Augsburg/D (auch als Musikkritiker), 1951 hier Mitbegründer der Deutschen Mozartgesellschaft (bis 1957 1. Präsident). 1954–60 Editionsleiter der Neuen Mozart-Ausgabe. Sch. betonte die Bedeutung philologischer Forschung und betrachtete das Aufbereiten neuer Quellen als wichtigstes Aufgabengebiet der Musikwissenschaft. Sch.s Sohn Manfred Hermann (* 10.8.1947 Ottobeuren/D) ist ebenfalls als Musikwissenschaftler tätig und seit 1986 Prof. an der Univ. Tübingen.
Ehrungen
- Mitglied der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft u. der Musikhistorischen Kommission der Bayerischen Akad. der Wissenschaften
- Großes Silbernes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich
Werke
Messen, Volksliedbearbeitungen f. Kl.
Schriften
- Carl Philipp Emanuel Bach und seine Kammermusik,Diss. Tübingen 1929 (gedruckt 1931)
- Joseph Haydn. Ein Buch von Vorfahren und Heimat des Meisters 1934 (Hab.schr. Graz 1934)
- Wolfgang Amadeus Mozart1934, 31955
- Die Orgeln der Abtei Amorbach1938, 21963
- Ein schwäbisches Mozartbuch 1948
- Musik am Hofe der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Rosenberg 1720–1750, 1953
- Musik an den schwäbischen Zollernhöfen der Renaissance 1962
- Die Privatmusikalienslg. des K.s Franz II. und ihre Wiederentdeckung in Graz im Jahre 1933in ÖMZ 25 (1970) [1951 verfasst]
- zahlreiche Veröffentlichungen v. a. zu Mozart und zur schwäbischen Musikgeschichte
- Bearbeiter mehrerer Bde. der v. a. zu Mozart und zur schwäbischen Musikgeschichte
- Bearbeiter mehrerer Bde. derNeuen Mozart-Ausgabe, Hg. v. Werken L. Lechners (Neue lustige teutsche Lieder, Lechner-GA), Johann Rosenmüllers, C. Ph. E. Bachs, J. Haydns (Oratorium Il ritorno di Tobia, Haydn-GA), A. Bruckners und von Kanons
Literatur
- NGroveD 22 (2001)
- MGG 11 (1963)
- StMl 1962–66
- Riemann 1961 u. 1975
- G. Rech in ÖMZ 15 (1960)
- DBEM 2003
- Kürschner 1954
- W. Fischer et al. (Hg.), In memoriam E. F. Sch. (1904–1960). Ein Gedenkbl. f. seine Angehörigen u. Freunde[1961]
- W. Fischer in W. A. Mozart. Neue Ausgabe sämtlicher Werke IV/11/IV (1960)
- J. P. Larsen in Mf 13 (1960)
- H. F. Deiniger in Neues Augsburger Mozartbuch 62/63 (1962)
- F-A 1936 u. 2 (1978)
- Baker 1984
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Schmid, Ernst Fritz“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e126 (abgerufen am )
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