Der Sohn von Erzhzg. Peter Leopold von Toskana (dem späteren Kaiser Leopold II.) wurde am Wiener Hof unter Aufsicht Kaiser Josephs II. erzogen. Als Herrscher (ab 1792) eher mäßig begabt, stand er zunehmend unter dem Einfluss seines Kanzlers C. W. L. Metternich. Unter F. zog sich der Hof weiter, nach dem Wiener Kongress fast vollständig, aus dem Musikleben Wiens zurück, obwohl der Kaiser selbst und seine beiden ersten Frauen (Elisabeth von Württemberg und Maria Theresia [II.]) sehr musikalisch waren; F. spielte Geige und soll täglich Kammermusik in privatem Kreis gespielt haben. Seine umfangreiche Musiksammlung, zu Lebzeiten nur wenigen bekannt, wurde von Kaiser Franz Joseph I. dem Musikverein für Steiermark geschenkt und erst in den 1930er Jahren durch einen Zufall von der Wissenschaft entdeckt (heute in ÖNB). Zur Stärkung patriotischer Gesinnung wurde 1797 die Volkshymne (Kaiserhymne) Gott erhalte Franz, den Kaiser eingeführt.
Literatur
- E. Th. Hilscher, Mit Leier und Schwert 2000
- E. F. Schmidt in ÖMZ 25 (1970)
- MGÖ 2 (1995)
- B. Hamann, Die Habsburger 31988
- Czeike 2 (1993)
- ÖBL 1 (1957)
Abbildungen
Autorin
- Elisabeth Th. Hilscher
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Franz II. (I.), Kaiser“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x000208a2 (abgerufen am )
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