Ružička (Ruzicka, Ruziczka, Ruzizka, Ruschitschka, Ruschi[t]zka), Familie

Organisten

Wenzel Apollinarius: * 8.9.1757 Jarmeritz/Mähren (Jaroměřice nad Rokytnou/CZ), † 21.7. [nicht: 6.] 1823 Wien. Organist, Musiklehrer, Bratschist. Sohn des Organisten Johann R. († vor 1795), möglicherweise jener, der bis 1783 Organist an der Kapelle der Savoyischen Ritterakademie in Wien gewesen war, wenngleich bislang kein Beleg vorliegt, dass er von Jarmeritz (Jaroměřice nad Rokytnou/CZ) nach Wien übergesiedelt wäre. W. R. kam 1771 nach Wien, wo er nach einer weiteren Ausbildung Musikunterricht gab. 1779 soll er Militärkapellmeister in Ödenburg gewesen sein, 1785 wird er bei seiner ersten Verehelichung (Trauzeuge: I. Umlauf) noch als „Claviermeister“ bezeichnet, 1785–88 war R. jedoch Bratschist beim deutschen Singspiel am Kärntnertortheater (1786 erscheint beim Tod seiner ersten Frau die Berufsangabe „Musicus im k. k. Kärntnerthorteater“). Danach widmete er sich wiederum seiner Tätigkeit als Musikpädagoge (1790 „Unterrichter in der Ton-Kunst“, 1788 und 1792 „Klaviermeister“). 1793 erfolgte seine Ernennung zum Hoforganisten, ab 1792 war er bereits Adjunkt von J. G. Albrechtsberger gewesen. 1802 wurde R. am neueröffneten Stadtkonvikt (Wien I) Musiklehrer (Klavier, Violine), leitete das Konviktsorchester und unterrichtete 1811 auch Fr. Schubert im Generalbass. 1787–1823 war er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. Seine Mutter Franziska starb 1795 verwitwet in Wien.

Werke

Violinsonate.

Literatur

Sein Sohn

Franz:* 2.8.1793 Wien, † 25.9.1865 Wien. Organist. 1821 bei seiner Heirat als „Claviermeister“ bezeichnet. Er war Organist in der Josefstadt (Wien VIII, um 1823) sowie an den Pfarren St. Michael (1828–65) und St. Augustin (Wien I). Sein Können wurde mehrfach gerühmt, v. a. sein Fugenspiel sowie seine Improvisationsgabe und Kenntnis der Orgelliteratur.

Literatur

  • ÖBL 9 (1988)
  • K. Schütz, Musikpflege an St. Michael in Wien 1980
  • Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 9.9.1841, 452
  • Neue Zs. f. Musik 15.12.1854, 272, 23.12.1864, 461
  • Neue Wr. Musik-Ztg. 17.7.1856, 128
  • Recensionen u. Mittheilungen über Theater u. Musik 23.2.1859, 129
  • Taufbuch 1793–95 der Dompfarre St. Stephan, fol. 37
  • Trauungsbuch 1818–22 der Pfarre St. Ulrich (Wien VII), fol. 307
  • Sterbebuch 1845–70 der Pfarre St. Michael, fol. 174

Franz’ Sohn

Leopold: * 7.11.1838 Wien, † 2.9.1862 Wien. Organist. War Organist an der St. Johann Nepomuk-Kirche (Wien II).

Literatur

  • Taufbuch 1834–44 der Pfarre St. Michael, fol. 96
  • Sterbebuch 1845–70 der Pfarre St. Michael, fol. 149

Autoren

  • Alexander Rausch
  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

28.9.2020

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Alexander Rausch, Art. „Ružička (Ruzicka, Ruziczka, Ruzizka, Ruschitschka, Ruschi[t]zka), Familie“ (28.9.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e001 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.