Rettenpacher, P. Simon OSB (Simon)

get. 17.10.1634 Aigen bei Salzburg, † 10.5.1706 Kremsmünster/OÖ

Geistlicher und Dichter

Studierte in Salzburg, Rom und Padua/I, trat 1660 ins Kloster Kremsmünster ein (1664 Priester), 1666/67 Studium orientalischer Sprachen in Rom, 1667–71 Gymnasialpräfekt in Kremsmünster, 1671–75 Prof. für Ethik und Geschichte an der Univ. sowie Leiter (Pater comicus) des Univ.s-Theaters in Salzburg (Benediktinertheater). 1672 wurde er Magister der freien Künste und der Philosophie, 1675 als Bibliothekar und zur Vorbereitung der Neunhundertjahrfeier (1677) ins Stift zurückgerufen. Die Chöre und Einlagen zu seinen Dramen, die nach eigenen Aussagen etwas Neuartiges hätten, nämlich nach italienischer Art mit Musiknummern versehen seien, komponierte er allerdings nicht selbst, wie lange Zeit angenommen, sondern sein Mitbruder P. U. Leo. 1688–1706 war R. Pfarrer in Fischlham/OÖ. Er gilt als einer der gelehrtesten Männer seines Jh.s in Österreich und zu Recht als der bedeutendste Barockdichter des Benediktinerordens; schon vor dem Türkenkrieg von 1683 war er durch einen v. a. gegen eine franzosenfreundliche Mode gerichteten Patriotismus geprägt.

Werke

lat. Schriften und Übersetzungen (z. T. gedruckt), historische und aszetische Schriften; lat. Dichtungen: Oden Satyren, Epigramme, Dramen (Selecta Dramata gedruckt in Salzburg 1683, s. Abb.), Epistolae; dt. Reimgedichte. NA.n seit dem 18. Jh.

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Rettenpacher, P. Simon OSB (Simon)“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001df0c (abgerufen am )

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