1897–1904 am Breslauer Stadttheater (Schlesien) zunächst Korrepetitor, dann Dirigent. Nach Engagements in mehreren deutschen Städten wirkte er 1913–20 an der Wiener Hof- bzw. Staatsoper und war besonders bei Opern Rich. Wagners erfolgreich. 1921–25 war er (neben W. Furtwängler) Konzertdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde und Leiter des Wiener Singvereins , daneben auch Dirigent an der Wiener Kammeroper. 1921 übernahm er die Dirigentenausbildung an der Wiener Staatsakad. 1926–38 war er Generalmusikdirektor in Bochum/D, nach Österreich wurde der erklärte Nationalsozialist R. kaum noch eingeladen. Erst nach dem „Anschluss“ 1938 wieder an der Staatsoper, übernahm er auch die Leitung der Opernschule an der Reichs-Hsch. und dirigierte die Wiener Philharmoniker . Endete durch Selbstmord – am selben Tag wie Josef Weinheber.
Werke
Opern (Vasantasena 1903, UA 1907; Die Liebenden von Kandahar 1907, UA 1909); Operetten (Hazard 1919; Hol’ mich der Teufel 1920); Bühnenmusik zu Johann Wolfgang v. Goethes Faust I, 1909; Lieder etc. – Musikalischer Teilnachlass in Wienbibliothek im Rathaus.
Schriften
- Bayreuth. Werden und Wesen der Bayreuther Bühnenfestspiele 1934
- Beiträge im Völkischen Beobachter.
Literatur
- SchlMl 2001
- ÖBL 9 (1988)
- DBEM 2003
- Riemann 1961
- M. Werner in D. Schmidt (Hg.), Keine Experimentierkunst 1995
- Müller-Asow 1929
- Kürschner 1954
- Bauer 1955
- Stieger I/3 (1978)
- MGÖ 3 (1995)
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Reichwein, Leopold“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001deb8 (abgerufen am )
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