Er war Schüler von Giovanni Rogantino in Morbegno, Sondrio/I. Im Trentino ist er erstmals 1640 mit Arbeiten in Ala nachweisbar. Bald darauf machte er sich in Trient ansässig. Sein Arbeitsgebiet umfasste neben dem Trentino auch Südtirol (Etschtal und Vinschgau), das Veltlin und die Lombardei (1689–91 Umbau der Domorgel von Mailand). 1647 kam er über den Alpenhauptkamm zur Reparatur der Stiftskirchenorgel nach Stams und prüfte von dort aus die Pfarrkirchenorgel in Innsbruck. P. war einer der bedeutendsten norditalienischen Orgelbauer des 17. Jh.s. Sein Enkel (oder Neffe?) Carlo Antonio P. (1691– 1749) war 1724–49 Kapellmeister in Trient (Nachfolger: J. B. Runcher) und komponierte auch.
Werke
Meran, Klarissenkirche, 1647; Cles/I, 1648; Calavino/I, 1655; unbekannter Ort, 1661 (jetzt in Goldrain [Coldrano/I]); Marienberg, Stiftskirche, 1662; Como/I, S. Agostino, 1664; Unsere Liebe Frau im Walde (Senale/I), 1668; Mezzolombardo/I, Pfarrkirche, 1669; Premana, Lecco/I, 1671/72; Müstair, Graubünden/CH, Klosterkirche, um 1675; Marienberg, Stiftskirche, 1677/78 (unter Verwendung der Orgel von 1662); Vercana, Como, Santuario Madonna della Neve, 1679; Chiavenna, Sondrio, S. Maria, 1682; Caspano, Sondrio, 1683; Novate Mezzola, Sondrio, 1686; Levico Terme/I, 1693; Desenzano, Brescia/I, Chiesa del Crocifisso, 1695.
Literatur
- MGG 13 (2005)
- C. Lunelli in Studi Trentini di Scienze Storiche 72 (1993)
- I. Colzani et al., C. P. 2002
Autor
- Matthias Reichling
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Matthias Reichling, Art. „Prati (Prata), Carlo“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001ddb0 (abgerufen am )
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