Popelak, Robert

* 22.1.1872 Iglau/Mähren (Jihlava/CZ), † 15.1.1951 Graz

Richter, Sänger, Volksliedsammler und Herausgeber

Nach der schulischen Ausbildung und dem Militärdienst studierte P. 1891–95 Rechtswissenschaften an der Univ. Graz (Diss. 1896). 1895 begann er als Rechtspraktikant am Gericht und wurde zum k. k. Auskultanten (Richteramtsanwärter) ernannt, 1907 wurde er Gerichtssekretär, 1913 Landesgerichtsrat und 1919 Oberlandesgerichtsrat. 1925 trat er in den Ruhestand. Ab 1938 Mitglied der NSDAP. P. war 1902 Gründungsmitglied sowie 1902–06 stellvertretender Obmann des Deutschen Volksgesang-Vereins in Graz, einem Zweigverein des 1889 gegründeten Deutschen Volksgesang-Vereins in Wien. Zudem engagierte er sich zu Beginn des 20. Jh.s beim Steirischen Volksliedunternehmen (heute Steirisches Volksliedwerk) und war auch bei den Neuformierungen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod aktives (Vorstands-)Mitglied des Arbeitsausschusses des Steirischen Volksliedunternehmens. Als Volksliedsammler war P. vor allem im Großraum Graz aktiv; seine Sammlung, aufgezeichnet u. a. in Thal bei Graz/St, umfasst über tausend Lieder, Jodler, Schnaderhüpfeln, Juchezer und Auszählreime. Vieles davon notierte er selbst, einiges nahm er auch auf Wachswalzen auf.

Ehrungen

  • Hofrat 1921
  • Rat der zweiten Standesgruppe 1924

Schriften

  • Volksliedpflege in Grazer Tagbl. 24.9.1933
  • Bericht über den Gauausschuß Steiermark des Ostmärkischen Volksliedunternehmens 1939 (Hs. im Steirischen Volksliedarchiv)
  • gem. m. S. Monsberger (Hg.), Volkslieder aus Steiermark1943 (= bearb. NA v. P. Rosegger/R. Heuberger, Volkslieder aus Steiermark 1872)

Literatur

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

20.2.2023

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „Popelak, Robert“ (20.2.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003e11d7 (abgerufen am )

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