Sein Vater Anton war Postbeamter und Amateurhornist. P. studierte 1918–22 Klavier und Musiktheorie bei F. Rebay, 1924–27 an der Wiener MAkad. Komposition bei Franz Schmidt und 1925–27 Dirigieren u. a. bei R. Heger; Kapellmeisterprüfung mit Auszeichnung 1927. 1921–23 und 1927–30 besuchte er v. a. musikwissenschaftliche Vorlesungen (bei G. Adler, W. Fischer, R. Lach, E. Wellesz, M. Dietz, A. Orel) an der Univ. Wien. Ab 1919 Mitbegründer und Korrepetitor des Wiener Chorvereins. 1922–24 war er als Musiker und Maler in Athen. Danach Korrepetitor bei der Wiener Singakademie, 1928–34 und ab 1952 Chormeister des Gesangvereins österreichischer Eisenbahnbeamten. P. leitete verschiedene Chöre, u. a. den Wiener Singverein. 1932 wurde er Assistent des Chordirektors F. Großmann an der Wiener Staatsoper, wo er 1932–66 als Solokorrepetitor tätig war. 1940 Aufnahme als Parteimitglied in die NSDAP (im selben Jahr wie Großmann). P. unterrichtete ab 1925 auch Klavier und Musiktheorie am Volkskonservatorium (Konservatorium) sowie 1960–68 an der Akademie (Hochschule) für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1934–69 arbeitete P. als Studienleiter bei den Salzburger Festspielen, wo er auch als Pianist in einigen Konzerten mitwirkte und einzelne seiner Werke aufgeführt wurden. Gastspiele im In- und Ausland, auch als Liedbegleiter und Cembalist.
Ehrungen
- Prof.-Titel 1953
- versch. Vereinsehrungen
Werke
Werke f. Orch., Konzerte f. versch. Instrumente (Konzert f. Tr. in B 1934 [Fr. Dengler gewidmet]), Stücke für Blasmusik, Kammermusik; Chorwerke, Lieder. Zeichnungen, Aquarelle, Ölbilder.
Literatur
- Kürschner 1954
- F-A 2 (1978) [Pilss]
- Müller-Asow 1929
- ÖMZ 27/5 (1972), 294 u. 34/12 (1979), 629
- Wissenschaft und Kunst in der dt. Ostmark 1938, Sp. 1087
- [Fs.] 50 Jahre Gesangverein österreichischer Eisenbahnbeamten [sic] in Wien 1879–1929, 1930, 132
- F. K. Prieberg, Hb. Dt. Musiker 1933–1945, 22009
- www.demos.ac.at (5/2025)
Abbildungen
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
22.5.2025Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Pilß (Pilss), Karl Hermann“ (22.5.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dd20 (abgerufen am )
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