Nottebohm, Martin Gustav

* 12.11.1817 Lüdenscheid/D, † 29.10.1882 Graz

Musikwissenschaftler und Komponist

Der Sohn des Fabrikanten Franz Friedrich N. (1778–1842) besuchte die Rectoratsschule in Lüdenscheid sowie das Handelsinstitut Kortegarten in Lennep/D und trat schließlich eine kaufmännische Lehre an. Während dieser Zeit wohnte er bei einem Klavierlehrer Dillenberg in Elberfeld (Wuppertal-Elberfeld/D), bei dem er seine autodidakt erworbenen Musikkenntnisse vervollständigte. 1838/39 absolvierte er seinen Militärdienst bei der Bataillins-Musik der „Neffchandeller“ in Berlin (gleichzeitig Studium bei Ludwig Berger Klavier und Siegfried Dehn Kontrapunkt). Erst nach Verzicht auf das väterliche Erbe konnte er sich ganz der Musik widmen. Er ging über Dessau/D nach Leipzig/D, wo er die Förderung von R. Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy gewann. 1846 ging er nach Wien, wo er sich weitere Studien bei S. Sechter als Musiklehrer finanzierte. Schließlich verlegte er sich von der Komposition ganz auf die Musikforschung. Vorübergehend war er Direktionsmitglied (1858/59) und Bibliothekar (1864) der Gesellschaft der Musikfreunde. Er war mit J. Brahms und R. Volkmann befreundet. Schon länger kränkelnd, verstarb er auf der Rückreise von (Bad) Gleichenberg/St nach Wien in Graz.

Werke

Klavier- und Kammermusik, Klavierkonzert.

Schriften

Literatur

  • K. Grün in Beilage zur Augsburger Allgemeinen Ztg. 29.11.1882
  • ADB 24 (1887)
  • StMl 1962–66
  • [Kat.] Musik i. d. St. 1980
  • NGroveD 18 (2001)
  • MGG 9 (1961) u. 16 (1979)

Abbildungen

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

14.11.2024

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Nottebohm, Martin Gustav“ (14.11.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001db6a (abgerufen am )

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