Nentwich, Josef (Joseph)

* 4.2.1851 Wien, † 4.2.1903 Wien

Landesbeamter, Komponist, Sänger

Wurde als unehelicher Sohn von Elisabeth Magdalena Schirm geboren und 1864 von der Landesgerichtsratswitwe Barbara N. (1821–77) adoptiert. Nach dem Jus-Studium an der Univ. Wien (1868–72) schlug N. die Beamtenlaufbahn ein, zunächst bei der k. k. österreichischen Staatseisenbahngesellschaft im Konzeptsdienst (1882–1903), dann als Rechnungsrevident im niederösterreichischen Landesdienst. Daneben machte er sich auf verschiedenen Gebieten einen Namen. Zum einen war er in der Redaktion der Neuen Freien Presse tätig, außerdem etablierte er sich in der Numismatik (Gründer und Vorstand des Clubs der Münz- und Medaillenfreunde in Wien). Auch als Sänger und Komponist trat N. in Erscheinung. 1869–86 war er Mitglied im Wiener Akademischen Gesangverein (Solist und Vorstandsmitglied). Viele seiner Kompositionen waren für Klavier und Chor komponiert. Er veröffentlichte seine Werke u. a. im Verlag von Rebay & Robitschek. N.s Chorwerke wurden zu seinen Lebzeiten von verschiedenen Männergesangvereinen zur Aufführung gebracht, u. a. vom Hernalser Männergesangverein oder vom Wiener Sängerbund. Er starb an Lungentuberkulose. Mit seiner Frau Maria, geb. Pepermann hatte er einen Sohn Friedrich Adolf Anton Joseph (* 1875).

Ehrungen

  • Ehrenmitglied des Clubs der Münz- und Medaillenfreunde in Wien.

Werke

Polkas und Walzer für Gesang (Solo, Männerchor, gemischter Chor) und Begleitung (Kl., Salonorch., Orch.): Julchen Polka (A. Girardi gewidmet), Lieber Gustav (T: August Seuffert), Heinzelmännchen (T: A. Seuffert), Amor im Pelz (T: A. Seuffert), Frühlingslieder (T: A. Seuffert), Des Burschen Leid und Lied (T: Franz Schaumann), Im Lenze! (T: A. Seuffert, A. Robitschek gewidmet); Männerchöre (Die Spinnerin).

Schriften

Literatur

Autorin

  • Naemi Klinge

Letzte inhaltliche Änderung

8.10.2021

Empfohlene Zitierweise

Naemi Klinge, Art. „Nentwich, Josef (Joseph)“ (8.10.2021), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003ce628 (abgerufen am )

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