Murg wuchs als Sohn der sing- und tanzfreudigen Luzia geb. Vötsch und des Michael Murg vulgo Wiesenschneider auf. Dieser besaß, vermutlich seit 1946, das einzige Grammophon in Geistthal, auf welchem jeden Sonntag, außer in der Advent- und Fastenzeit (kirchliches Tanzverbot), zum Tanz für die Jugendlichen der Umgebung Märsche, Walzer, Polkas, Polkas Franzé sowie populäre Lieder gespielt wurden.
Im Gegensatz zu den sechs Schwestern erhielt Franz Murg wie sein Bruder Johann (Trompete) Musikunterricht; er lernte ab dem 14. Lebensjahr zwei Jahre lang Steirische Harmonika beim damals schon 70-Jährigen S. Pagger in Geistthal, der ihm Griff für Griff 30 Stücke beibrachte. Zeitgleich erwarb er sich Grundkenntnisse als Zimmermann bei Thomas Rosenzopf, Vater von M. Rosenzopf (dem er 1946–49 Harmonikaunterricht geben sollte), und erhielt durch diesen Arbeit bei den Österreichischen Bundesforsten in Kainach/St. Als 18-Jähriger musste Murg 1943 zur Deutschen Wehrmacht einrücken und war Soldat an verschiedenen Fronten; 1946 kehrte er aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft in Neapel zurück. Nun wurde er Schüler bei M. Strasser aus dem Kainachtal/St und lernte 20 weitere Stücke nur durch Zuhören. Murg musizierte 1946–53 entweder im Duo mit seinem Arbeitskollegen Hans Blühwald aus Kainach an der Klarinette, oder im Trio mit seinem Bruder Johann (Trompeter) und dem Schulfreund Franz Schütz (Harmonika) bei verschiedenen Unterhaltungen wie auch beim „Woazschälen“ und den Ansingebräuchen zu Neujahr und Lichtmess. Nach seiner Hochzeit mit Christine Gößler aus Steinberg bei Ligist/St 1953 begann er mit dem Bau eines Hauses in Afling bei Bärnbach/St und hatte nun kaum Zeit für die Musik. Erst 1985 belebte Murg das Neujahrs- und Lichtmessgeigen mit Freunden in seiner näheren Umgebung wieder. Er konnte nicht Notenlesen, erlernte alles nach dem Gehör und spielte Zeit seines Lebens auswendig.
Literatur
- Taufbuch 7 Pfarre Geistthal 1911–1936, 105
- Max Rosenzopf, Weststeirisches Musikantentum, Wien 2016 (Corpus Musicae Popularis Austriacae 21), 375–390
- eigene Recherchen
Abbildungen
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
25.9.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Murg, Franz“ (25.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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