Minato, Nicolò (Nicola), Conte?

* ca. 1620–25 Bergamo?/Republik Venedig (I), † 1.3.1698 Wien

Theaterverwalter, kaiserlicher Hofpoet, Jurist?

Weder Geburtsdatum noch Geburtsort können bisher durch Dokumente nachgewiesen werden. Ab 1649 Mitglied der venezianischen Accademia degli Imperfetti, pflegte M. Kontakte zu Aurelio Aureli und Francesco Cavalli und leitete ab 1661 für die Familie Vendramin die Geschäfte des Teatro di San Salvatore. M. verließ nach seiner Berufung nach Wien 1669 Venedig; sein weiteres Leben am Wiener Hof hinterließ keine Spuren. Nach seinem Tod 1698 wurde er als Mitglied der Bruderschaft Corporis Christi in der Spanischen Gruft der Pfarrkirche St. Michael begraben.

Nach erfolgreichen Musikdramen in Venedig, von welchen das bekannteste wohl das später noch von G. F. Händel vertonte Xerse bleibt, schrieb M. in Wien für Hoffeste, Fasching und Karwoche ca. 200 Texte, die vorwiegend von Leopold I., A. Draghi und für die Balletteinlagen von J. H. Schmelzer vertont wurden. Die Libretti M.s zeichen sich durch ihre besonders kreative Kombination historischer Stoffe mit allegorisch-mythologischen Themen und hohem Symbolgehalt aus, welche überraschend einfallsreich dem jeweiligen Anlass angepasst werden.

Literatur

Autor

  • Alfred Noe

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Alfred Noe, Art. „Minato, Nicolò (Nicola), Conte?“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9b1 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.