Mäzen

Kunstförderer.

Personen, später auch Institutionen (juristische Personen), die ohne primären Eigennutzen Künstler bzw. Kunstprojekte finanziell unterstützen (aus deren Erfolg jedoch ein Sekundärnutzen für den M. abfallen kann). Obwohl seit der Antike bekannt (der Begriff leitet sich von Maecenas ab, einem Vertrauten von K. Augustus und Förderer von Horaz und Vergil), ist M.atentum ein Phänomen der Neuzeit. Herrscher (z. B. Habsburger) und einflussreiche Adelige begannen sich mit einem „Musenhof“ zu „schmücken“ und sahen es als Ehre an, prominente Künstler durch (Ehren-)Titel und finanzielle Unterstützungen an sich binden zu können (z. B. Maximilian I. H. Isaac); oft ist M.atentum mit Patronage-Klientel-Netzwerken verbunden. Bis zum Ende des Barock v. a. durch den Hochadel (z. B. Familie Esterhazy), aber auch die Kirche (Klöster, Stifte, hohe geistliche Würdenträger) ausgeübt, traten ab der Mitte des 18. Jh.s weitere Kreise des Adels (z. B. Fürsten Lobkowitz, Kinsky, Metternich) wie des aufstrebenden Bürgertums und des neu entstehenden sog. Geldadels (z. B. die Wiener Juweliersfamilie Köchert, die H. Wolf förderte), hinzu. Ein Phänomen des 20. Jh.s ist die Förderung (Sponsoring) durch juristische Personen (Firmen, Stiftungen, etc.) bzw. der Staat (Kulturpolitik), u. a. durch Preise und Wettbewerbe.

Literatur

Autorin

  • Elisabeth Th. Hilscher

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Mäzen“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d860 (abgerufen am )

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