Märker (Marker, eig. Kuhmärker), Leonhard (Leonard) Karl

* 28.3.1910 [Lang: 1.8.1911 Wien] Brody/Galizien (heute UA), † 1993 New York/USA?

Komponist

Im Alter von zwölf Jahren vier Jahre lang Privatstudien bei H. Gál (Harmonielehre, Kontrapunkt), danach vier Jahre Privatschüler Alban Bergs (Kontrapunkt, Komposition). Daneben 1927/28 Klarinettenunterricht an der Wiener MAkad. bei V. Polatschek. Als Komponist zunächst der „Ernsten Musik“ verpflichtet, verlegte er sich aufgrund eines unerwarteten Erfolges zweier Schlager für den Film Nocturno (Puli Muli und Man sagt so leicht, ich liebe dich) auf die Unterhaltungsmusik. In der Folge wurden seine ersten drei musikalische Lustspiele erfolgreich in Wien aufgeführt. 1938 Emigration (Exil), zunächst nach Frankreich, wo er in den Internierungslagern Camp de Gurs und Camp des Milles festgehalten wurde. Im Camp de Gurs komponierte und textete er das Lied Wird es Nacht im Camp de Gurs, im Camp des Milles komponierte er für das Lagerkabarett Die Katakombe die Operette Les Milles et Une Nuits (UA Jänner 1942). Später gelang die Emigration in die USA, wo er als Komponist, Lektor am New Yorker Hunter College und Musikjournalist für die New York Times tätig war.

Ehrungen

  • Ehrenmitglied der Alban Berg Society.

Werke

Filmmusik (Nocturno, Der Kosak und die Nachtigall, Ballerina, Reise nach Sorrent); musikalische Lustspiele (Der schiefe Hut 1935 [T: H. Lengsfelder, S. Tisch], Warum lügst du, Cherie 1936 [T: H. Lengsfelder, S. Tisch], Das Ministerium ist beleidigt 1937 [T: Fred Heller]); Operette Les Milles et Une Nuits 1942; Schlager (Wenn ich von dir geh, weine nicht; Fräulein, Sie sind so süß); Opernbearbeitungen (Wozzeck, Der Rosenkavalier, Die Liebe zu den drei Orangen); symphonische Musik; Klavierstücke.

Literatur

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

17.1.2014

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Märker (Marker, eig. Kuhmärker), Leonhard (Leonard) Karl“ (17.1.2014), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d85b (abgerufen am )

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